ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2002Thüringen: Unzufriedene Ärzte
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LNSLNS Eine Umfrage der Landesärztekammer belegt die schlechte Stimmung in den Kliniken.

Zu viel Verwaltungsarbeit, zu viel Zeitdruck und zu wenig Zeit für die Patienten. So beurteilen die Krankenhausärztinnen und -ärzte in Thüringen ihre derzeitige Arbeitssituation. An einer Umfrage der Landesärztekammer beteiligten sich 459 (56 Prozent) der 824 per Stichprobe ausgewählten Ärzten. Vergleichbare Umfragen mit ähnlichen Ergebnissen hatte es zuvor bereits in Hessen (DÄ, Heft 5/2002) und in Berlin (DÄ, Heft 12/2002) gegeben.
Nur 19,6 Prozent der Ärzte würden „auf jeden Fall“ wieder Arzt werden; 26,8 Prozent „eher nicht“ und 9,2 Prozent „sicher nicht“. 30,5 Prozent der Befragten sind mit ihrer Arbeit nicht zufrieden. 76 Prozent der Ärzte klagen über zu viel Verwaltungsarbeit; 51,9 Prozent bemängeln, dass sie zu wenig Zeit für die Patienten haben; 49,9 Prozent stört der immense Zeitdruck, und 41,2 Prozent ist die Bezahlung zu schlecht. 33,7 Prozent der Ärzte geben an, dass sie wegen zeitlicher Überlastung ihre Patienten nicht ausreichend medizinisch versorgen können. Nur 8,5 Prozent antworten, dass sie ausreichend Zeit haben, um ihre Patienten menschlich zu betreuen.
100 Stellen unbesetzt
Um dem Ärztemangel zu begegnen, sei eine Analyse der Bedingungen, unter denen Ärzte arbeiten, sowie der Komponenten, die junge Menschen vom Ergreifen des Berufes abschrecken, unverzichtbar, sagte Kammerpräsident Prof. Dr. med. Eggert Beleites bei der Vorstellung der Umfrage in Jena. In Thüringen seien bereits 100 Stellen im Krankenhaus nicht besetzt. Im niedergelassenen Bereich werde es besonders bei den Hausärzten kritisch, weil von denen jährlich knapp 50 aus Altersgründen ausschieden – „Tendenz steigend“. JF
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