ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2002Arzt und Geschäft: Wie glaubwürdig sind wir noch?
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LNSLNS Diese Anmerkung ist mir aus dem Herzen geschrieben. Ich bin oft entsetzt und empört, mit welchem faulen Zauber Patienten von Kollegen das Geld aus der Tasche gezogen wird, mit welcher Dreistigkeit unser Berufsstand durch unsinnige „IgeLeistungen“ in Misskredit gebracht wird. Was soll ich einer Patientin sagen, bei der ich mittels Röntgen und Osteodensitometrie eine Osteoporose mit Wirbelkörperfraktur diagnostiziere, die mir bei Befundmitteilung erstaunt erwidert, vor wenigen Wochen sei mittels Hautdickemessen (25 Euro) durch einen fachärztlichen Kollegen eine Osteoporose doch erst ausgeschlossen worden? Was erzähle ich einer anderen Patientin, der eine Osteoporose-Diagnostik mittels Haaranalyse (180 Euro) aufgeschwatzt wird? Wie verträgt sich solcher Humbug mit dem Bemühen um eine Evidence based Medicine? Wie glaubwürdig sind wir noch mit unseren Beteuerungen, bei unseren Protesten gegen finanzielle Einschnitte im Gesundheitswesen läge uns in erster Linie das Wohl der Patienten am Herzen? Einmal ganz davon abgesehen, dass ich mich oft frage, wie man eine um Qualität bemühte Medizin seitens des Zeitaufwandes noch mit einem Wust an „IgeLeistungen“ verbinden kann.
Dr. Friedhelm Kwirant, Raiffeisenstraße 101, 47259 Duisburg
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