ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2002Arzt und Geschäft: Verwildert
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LNSLNS Das deutsche Gesundheitswesen ist in der Tat kaputt! Die Krankenkassen sind bankrott. Die Ärzteschaft ist teilweise verwildert. Der Beruf ist in keiner Weise mehr attraktiv. Die Bevölkerung klagt. Wie wird es weitergehen? Die ambulante ärztliche Versorgung wird mehr und mehr von den Krankenhausambulanzen betrieben, die sich dadurch finanziell aufbessern wollen. Demgegenüber wird die stationäre Arbeit oberflächlicher und schlechter, weil die Zeit dazu fehlt. Die Kassen bleiben die Pflegesätze teilweise schuldig, sodass es kommen kann wie in Italien, besonders im Süden. Hier gibt es nur Unterkunft und ärztliche Versorgung im Krankenhaus, die Pflege und Ernährung muss durch die Angehörigen gewährleistet werden. . . Wenn die Wirtschaftslage in Europa, speziell in Deutschland weiterhin stabil bleibt, gibt es nur einen Ausweg und das ist die Kostenerstattung wie in der Schweiz, wo es bestens funktioniert . . .
Jetzt heißt das Zauberwort Individualität. Die Not ist vorbei, das Vergnügen hat begonnen. Wellness ist das Zauberwort. Die Ärzte haben umgeschaltet von der Reparatur gebrochener Gesundheit zur Steigerung des Wohlbefindens. Die Körpermedizin ist durch die bildgebenden Verfahren und die modernen Behandlungsmethoden ausgereizt. Jetzt kommt die Psyche an die Reihe . . .
Dr. med. Albrecht Bihl, Ruhe-Christi-Straße 22, 78628 Rottweil

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