ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2002Der psychisch traumatisierte Patient in der ärztlichen Praxis: Häufig übersehenes Störungsbild

MEDIZIN: Diskussion

Der psychisch traumatisierte Patient in der ärztlichen Praxis: Häufig übersehenes Störungsbild

Dtsch Arztebl 2002; 99(26): A-1841 / B-1582 / C-1467

Gail, Simon

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Häufig zeigt sich die Störung, wie in dem Artikel ausgeführt, nicht als Vollbild einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), sondern über komorbide Symptome (zum Beispiel Ängste, Depressionen, Schmerzstörung, Sucht), welche die traumatische Genese zunächst verschleiern können. Auch fällt es manchem Fachkollegen schwer, sich von liebgewonnenen Überzeugungen zu lösen, da die Störung keineswegs die Aktualisierung eines kindlichen Konfliktes ist und entsprechend angelegte Therapien nicht nur nicht hilfreich sind, sondern sogar schaden können. Als EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing), ein spezifisches Traumaexpositionsverfahren aus den USA, in Deutschland eingeführt wurde, standen wir die-
ser „Hokuspokus“-Therapie zunächst äußerst skeptisch gegenüber. Da wir uns aber der Empirie und nicht Vorurteilen verpflichtet fühlen, lernten und erprobten wir die Technik und können die publizierten guten Studienergebnisse klinisch eindrücklich bestätigen. In der Abteilung für Psychotherapie und Psychosomatik, Bereich Integrative Traumatherapie, der Hardtwaldklinik I in Bad Zwesten, behandeln wir seit einigen Jahren erfolgreich die Betroffenen solcher Traumata. Im Interesse dieser Patienten ist es sehr wünschenswert, dass sich die Kenntnisse über diese Störungsbilder und entsprechende spezifische Behandlungen weiter verbreiten und unnötiges Leid verhindert werden kann.

Dr. med. Simon Gail
Integrative Traumatherapie
Abteilung für Psychotherapie und Psychosomatik
Hardtwaldklinik I, 34596 Bad Zwesten

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.