ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2002zu Aktien: Zittrige Hände

VARIA: Schlusspunkt

zu Aktien: Zittrige Hände

Rombach, Reinhold

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LNSLNS An der Börse ist nichts unmöglich. Wer hat vor ein, zwei Jahren einen DAX-Stand von unter 4 000 Punkten für möglich gehalten? Kaum jemand, vielmehr stießen die meisten Trompeten genau in die andere Richtung. Phantasten sahen gar bald einen DAX von 8 000 bis 10 000 für machbar.
Jetzt knabbert das Fieberthermometer der deutschen Finanzszene eifrig und tagtäglich an neuen Tiefständen, soeben unterschreitet der Index die Marke von 4 300 Punkten. Und siehe da, jetzt kommen die ganzen Weltuntergangspropheten aus den Löchern und weissagen weitere drastische Einbrüche.
Die Bankberater sitzen stumm an den ehemals mit Anlageempfehlungen hochgepflasterten Tresen und trauen sich nicht, ihren Kunden jetzt die Aktien zu empfehlen, bei denen sie zu doppelt so hohen Kursen gar keine Hemmungen hatten, sie ins Depot der Mandanten zu hieven.
Halt. Zwar wird bekanntlich an der Börse zum Einstieg nicht geklingelt (zum Ausstieg schon gar nicht), so ist doch jetzt eher die Zeit des Kaufens gekommen. Meines Erachtens sind wir mittlerweile in einer Phase, wo die zittrigen Hände die Kursverluste nicht mehr aushalten und entnervt verkaufen. Bedenken Sie bitte, dass jedem Verkäufer ein Käufer gegenübersteht. Das klingt zwar banal, wird aber oft nicht richtig eingeordnet. Die Frage ist nur, auf welcher Seite die „besseren“ Börsianer sitzen.
Für meinen Geschmack haben die aktuellen Kurse teilweise Schnäppchenformat. Wenn Sie überlegen, dass eine Allianz mit gerade mal 200 Euro gehandelt wird und eine Hypovereinsbank unter 32 Euro liegt, dann lässt sich erahnen, welches Potenzial in diesen Werten steckt.
Der Kurs der Commerzbank liegt ziemlich deutlich unter ihrem inneren Wert. Wenn Sie alle Beteiligungen des Instituts zusammenzählen und die Schulden abziehen, kommen Sie auf einen fairen Kurs um 30 Euro. Erwerben können Sie die Aktie derzeit für 17 Euro. Diese krasse Unterbewertung wäre nur dann gerechtfertigt, wenn die Bank größere Ertragsleichen im Keller hätte, was ich aber eigentlich nicht glaube.
Weitere attraktive Blue Chips der deutschen Börsenlandschaft sind RWE, Münchener Rück und Bayer. Wer will – und sich traut –, kann diese Werte jetzt preiswert pflücken und sich später über glitzernde Perlen im Depot freuen.
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