ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2002Arzt und Geschäft: Hier läuft vieles aus dem Ruder

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Arzt und Geschäft: Hier läuft vieles aus dem Ruder

Dtsch Arztebl 2002; 99(27): A-1882 / B-1588 / C-1484

Dizinger

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LNSLNS Im IGeL-Bereich entwickelt sich leider eine Grauzone, die die Grenzen der Seriosität häufig überschreitet. Aus meiner Sicht sollten für Fachärzte typische Heilpraktikerleistungen ohne Wirkungsnachweis, wie zum Beispiel Irisdiagnostik, tabu sein. Falls Produkte in der Arztpraxis verkauft werden, an denen der Arzt verdient, sollte dies entweder dem Patienten gegenüber offen ausgewiesen werden oder dies besser ebenfalls unterlassen werden. Fast täglich bekommt man in der Niederlassungspraxis Angebote von Marketingberatern, die den Ausbau der Arztpraxis zum „Gesundheitszentrum“ mit einer breiten Palette von mehr oder weniger seriösen Leistungen propagieren. Hauptproblem ist hier tatsächlich, dass der Ärztestand dabei ist, seinen Ruf zu verspielen, da kein Arzt die Doppelrolle als unabhängiger Makler zum Wohle des Patienten einerseits und als profitorientierter Verkäufer andererseits auf Dauer durchhalten kann. Durch das Nichtbeachten einer ähnlichen Problematik haben andere Berufe, wie zum Beispiel die Finanzdienstleister ihren Ruf fast schon verspielt. Jedenfalls ist eine dauernde kritische Debatte über den Sinn und Unsinn von IGeL-Leistungen notwendig, hier läuft vieles aus dem Ruder. Eine klare Stellungnahme, auch zum Beispiel von den Fachverbänden, wäre hilfreich.
Dr. med. Dizinger,
Trierer Straße 815, 52078 Aachen
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