ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2002Arzttum: Ausbildung statt Ausbeutung

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Arzttum: Ausbildung statt Ausbeutung

Rüdiger, Jan; Rüdiger, Oda

Die Strukturen im Gesundheitswesen sind dringend überholungsbedürftig:
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LNSLNS Die Reformierung des Medizinstudiums in Deutschland ist schon lange überfällig. Anstatt einfache Dinge praxisnah zu vermitteln, präsentieren Dozenten Details ihrer wissenschaftlichen Studien. Studenten werden in den wenigen Praktika wie unwissende Vollidioten vor den Patienten behandelt, was lediglich der Pflege der Hierarchie dient. Die medizinische Promotion verkommt zum reinen Formalismus. Promotionsthemen werden ohne entsprechende Betreuung vergeben. Das führt zu medizinischen Dissertationen, die in anderen naturwissenschaftlichen Fachgebieten nicht einmal als Diplomarbeit anerkannt würden. Meine Frau und ich kennen das Gefühl, für monatlich 2 300 DM 60 Stunden pro Woche zu arbeiten, sowohl als promovierter Arzt (AiP) als auch als Sprachenlehrerin vor zwei Jahren. Da bleibt kein Spielraum zum Aufziehen von Kindern. Es ist demütigend, für viel Arbeit wenig Geld zu verdienen, während Verwaltungsangestellte oder ärztliche Chefs das Zwei- bis Zehnfache bekommen. Die Medizin hat offenbar kein primäres Interesse an guter Ausbildung beim Nachwuchs, sie scheint lediglich willenlose Arbeitssklaven zu benötigen.
Dr. med. Jan und Oda Rüdiger, Meininger Straße 12, 99092 Erfurt
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