ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2002Fortgeschrittene extrakranielle Hämangiome und vaskuläre Malformationen: Schlusswort
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LNSLNS Die in unserer Arbeit hinreichend erläuterte Konfusion zur Nomenklatur der Gefäßfehlbildungen findet sich in den Anmerkungen von Herrn Cremer wieder, der zunächst auf die ISSVA verweist, dann aber bemerkt, dass nicht diese, sondern eine von ihm beschriebene Klassifikation Anwendung finden sollte. Die erfolgreiche Verbreitung der Cremer-Klassifikation ist eine wünschenswerte, allerdings erst in einigen Jahren auch begründbare Forderung. Zuvor müssten andere Arbeitsgruppen die Wertigkeit dieser Nomenklatur in umfangreichen Untersuchungen überprüfen, was natürlich unmittelbar an der Wahrnehmung der Cremer-Klassifikation auf internationaler Ebene gebunden sein wird. Wie auch die im April diesen Jahres von Kinderchirurgen und HNO-Ärzten publizierte Arbeit zur Klassifikation von Gefäßfehlbildungen zeigt (1), sollte nicht ein dritter Schritt vor dem ersten unternommen werden. Der aktuelle klinische Sprachgebrauch verdeutlicht, dass wir von einer wie auch immer gearteten gemeinsamen interdisziplinären, begründbaren Basisnomenklatur derzeit noch weit entfernt sind.
Die von Hesselmann et al. vorgebrachte Erinnerung, die Strahlentherapie im Notfall nicht zu vergessen, hat unzweifelhaft ihre Berechtigung. Die Anwendung dieses Therapieverfahrens sollte allerdings, und hier liegt die Ursache für die nicht erfolgte Erwähnung in unserer Arbeit, ganz speziellen Situationen vorbehalten bleiben, da sie ein auch von Hesselmann et al. eingeräumtes Gefahrenpotenzial hinsichtlich möglicher, zum Teil auch schwerwiegender Komplikationen bei den vielfach sich im Säuglingsalter befindenden Patienten mit sich bringt (2).

Literatur
1. Very M, Nagy M, Carr M, Collins S, Brodsky L: Hemangioms and vascular malformations: analysis of diagnostic accuracy. Laryngoscope 2002; 112: 612–615.
2. Holmberg E, Holm LE, Lundell M, Mattsson A, Wallgren
A, Karlsson P: Excess breast cancer risk and the role of parity, age at first childbirth and exposure to radiation
in infancy. Br J Cancer 2001; 85: 362–366.

Prof. Dr. med. Jochen A. Werner
Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und
Ohrenheilkunde
Deutschhausstraße 3, 35037 Marburg

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