ArchivDeutsches Ärzteblatt6/1996Bioethik: Weg der Humanität wird verlassen
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LNSLNS Auch ich bin . . . erschrocken, daß wir schon wieder so weit sind, daß Forschung an einwilligungsunfähigen Patienten betrieben werden soll. Medizinisch gesehen – andere mögen aus vielerlei Gründen anderes behaupten – sehe ich hierin nach nunmehr 35jähriger klinischer Berufserfahrung kei-nerlei Sinn. Rechtlich – natürlich bin ich kein Jurist – halte ich derartige Forschungen für bedenklich. Und wie von Prof. Grond ausgedrückt, sind derartige Forschungsprojekte mit unserer ärztlichen Berufs-auffassung nicht vereinbar. Persönlich denke ich, daß man auch auf anderem Wege entsprechende Forschungsergebnisse erzielen kann. Ich denke hier vor allem an eingehende epidemiologische Erhebungen, wesentlich häufiger durchzuführende Obduktionen und ähnliches. Sicher wird man mir, einem einfachen klinischen Internisten, wohl von "gelehrten Herren" widersprechen. Mein Gefühl – und nicht immer trügt ein solches – sagt mir jedoch, daß mit derartigen Forschungsprojekten der Weg der Humanität verlassen wird.
Dr. med. D. Bauer, Jakobi-Krankenhaus, Hörstkamp 12, 48431 Rheine

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