ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2002Hormonersatztherapie: Studie abgebrochen

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Hormonersatztherapie: Studie abgebrochen

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LNSLNS Die Risiken erwiesen sich als zu groß.
Die wachsende Skepsis an der Hormonersatztherapie für Frauen nach den Wechseljahren ist auf erschreckende Weise bestätigt worden. In den USA hat das Aufsichtsgremium eine der weltweit größten Studien zur Erprobung der Hormone, die „Women’s-Health-Initiative“ vorzeitig teilweise gestoppt, weil sich die Risiken als größer erwiesen als der Nutzen.
16 000 Frauen hatten im Durchschnitt über fünf Jahre eine Kombination aus konjugierten equinen Östrogenen (0,625 Milliramm) und Medroxyprogesteron (2,5 Milligramm) eingenommen. Die Bilanz: Im Vergleich zu Frauen, die Placebo eingenommen haben, müssen von
10 000 mit den Hormonen behandelte Frauen pro Jahr zusätzlich acht mit einem invasiven Mammakarzinom rechnen – eine relative Zunahme um 26 Prozent. Glatt enttäuscht wurde die Hoffnung, dass die Hormone bei noch gesunden Frauen dem Herzinfarktrisiko vorbeugen. Das Gegenteil war der Fall: Von 10 000 Frauen müssen pro Jahr im Vergleich zu Placebo zusätzlich sieben mit einem Herzinfarkt, acht mit einem Schlaganfall und 18 mit Thrombosen rechnen. Die Reduktion von sechs kolorektalen Karzinomen und fünf Hüftfrakturen reiche nicht aus, um diese Risiken aufzuwiegen.
Allerdings deutet die Studie auch an, dass es bei der Bilanz der Hormonersatztherapie auf Typ und Menge der Hormone ankommt. Für jene 11 000 Frauen, die in der Studie nur Östrogene genommen haben, gibt es bislang keinen Anstieg des Brustkrebsrisikos, dieser Teil der Studie läuft weiter. Die in den USA verwendeten Hormone werden in Deutschland eher selten eingesetzt.
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