ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2002Bonus für sparsame Ärzte

POLITIK

Bonus für sparsame Ärzte

Dtsch Arztebl 2002; 99(28-29): A-1941 / B-1639 / C-1533

Rabbata, Samir

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Foto: BilderBox
Foto: BilderBox
Mit einem Bonussystem will die Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KV) die preisbewusste Verordnung von Arzneimitteln fördern. Maximal winkt jedem der 6 200 niedergelassenen Ärzte in der Hauptstadt eine Prämie von 5 000 Euro. Bundesweit einmalig sei, dass das Geld dafür aus dem Honoraretat der Ärzte stammt. „Die Berliner Vertragsärzte setzen mit eigenem Geld einen Anreiz für eine preisbewusste Verordnung“, so KV-Chef Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm. Die Ärzte müssen auf ein Prozent ihres Honorars (rund 1 000 Euro) verzichten. Die KV zahlt das Geld in den Bonustopf, der insgesamt mit fünf Millionen Euro gefüllt werden soll. Verschreiben die Ärzte kostengünstig, können sie am Ende des Jahres bis zum Fünffachen ihres Einsatzes zurückbekommen.
Es gehe nicht darum, Verschreibungen zu vermeiden, sondern den verantwortungsvollen und wirtschaftlichen Umgang mit dem Rezeptblock zu belohnen. Richter-Reichhelm: „Die Patienten bekommen weiterhin die Medikamente, die sie brauchen. Wir wollen an den Preisen sparen und das Geld für wirkliche Innovationen ausgeben.“ Mit dem Anreizsystem soll die Umstellung auf preiswerte Generika und die Vermeidung von teuren Me-Too-Präparaten gefördert werden, wenn diese gegenüber bereits eingeführten Substanzen keinen angemessenen therapeutischen Nutzen bringen. Burkhard Bratzke, Hautarzt und Mitglied des KV-Vorstandes in Berlin, wies darauf hin, dass derzeit schätzungsweise rund 40 000 Medikamente auf dem deutschen Markt seien.
Die Preisspannen bei wirkstoffgleichen Präparaten seien enorm. „Ein Beispiel ist der Wirkstoff Enalapril zur Behandlung des Blutdrucks. Der ACE-Hemmer wird mittlerweile von 21 Herstellern angeboten, wobei das Originalpräparat 66,69 Euro und das preisgünstigste Generikum 29 Euro kosten“, so Bratzke. SR
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema