ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2002Deutscher Ärztetag: Weiterhin ausbeuterische Tätigkeitsbedingungen
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LNSLNS Die Beschlüsse des Ärztetags, die de facto zur Abschaffung des breit ausgebildeten Internisten führen und auch die Breite der Ausbildung bei den Teilgebietlern der Inneren Medizin halbieren, führen dazu, dass wieder massive Anreize ins System kommen zu unterbezahlten beziehungsweise ausbeuterischen Tätigkeitesbedingungen (Die zweijährige Pflichtphase bei Niedergelassenen führt zu entsprechender Stellennachfrage, ohne dass dieser eine adäquate Gegenfinanzierung gegenübersteht.). Den internistischen Allgemeinärzten verbleiben nach den Beschlüssen nach 18 Monaten AiP gerade 18 Monate BAT-Gehalt, bevor sie sich auf 24 Monate schlecht bezahlte angestellte Praxisassistentenzeit einstellen können. Welche Kollegen sollen sich denn zu einer derartig unattraktiven Weiterbildung entschließen, wenn auch danach schlechte Vergütungen drohen? Es wurde also das Kunststück fertig gebracht, den Hausarztbereich zu schwächen und den breiten Internisten abzuschaffen.
Obwohl die Tendenz immer mehr zur Betreuung schwerst- kranker und erheblich multimorbider Patienten geht (übrigens auch in den operativen Fächern), die Gewichtung der Dringlichkeit medizinischer Maßnahmen und die Art der Durchführung bei diesen Patienten immer schwieriger wird, ist man nun auf dem Ärztetag nicht einmal dem sehr weitgehenden Kompromissangebot des BDI gefolgt, der eine geringe Reduktion des Allgemeininternisten auf fünf Jahre bei Verlängerung der Teilgebietsweiterbildung auf drei Jahre vorgesehen hatte. Hierbei wäre noch eine gewisse Ausbildungsbreite des Fachs, um die uns fast alle Nachbarländer beneidet haben, erhalten geblieben.
. . . Man wird jetzt zwar versuchen, die Defizite durch einen riesigen Weiterbildungskatalog auszugleichen, was aber nur auf dem Papier funktionieren wird.
Dr. med. Manfred Reeb, Finkenhain 4, 67661 Kaiserslautern
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