ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2002Mitteilungen: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft „Aus der UAW-Datenbank“ Hypertonie unter Leflunomid

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Mitteilungen: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft „Aus der UAW-Datenbank“ Hypertonie unter Leflunomid

Dtsch Arztebl 2002; 99(28-29): A-1990 / B-1678 / C-1574

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LNSLNS Zu den Aufgaben der AkdÄ gehören die Erfassung, Dokumentation und Bewertung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW). Die AkdÄ möchte Sie regelmäßig über interessante beziehungsweise neue Meldungen aus dem deutschen Spontanerfassungssystem (gemeinsame UAW-Datenbank des BfArM und der AkdÄ) informieren und hofft, Ihnen damit wertvolle Hinweise für den Praxisalltag geben zu können.
Leflunomid (Arava® Filmtabletten) ist ein selektiv wirkendes Immunsuppressivum und wird als antirheumatisches Basistherapeutikum („disease modifying antirheumatic drug“, DMARD) zur Behandlung der aktiven rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen eingesetzt. In Deutschland steht es seit September 1999 zur Verfügung.
Im deutschen Spontanerfassungssystem (gemeinsame Datenbank von BfArM und AkdÄ, Stand: 21. 5. 2002) sind insgesamt 190 Verdachtsmeldungen unerwünschter Arzneimittelwirkungen unter der Anwendung von Leflunomid verzeichnet. Darunter finden sich 25 Berichte über Hypertonie. Damit liegt der Term „Hypertonie“ an erster Stelle aller unter Leflunomid berichteten UAW. Zusätzlich wird in zwei weiteren Fällen der Terminus „Hypertonie verstärkt“ genannt.
Der AkdÄ sind acht Berichte über das Auftreten einer Hypertonie unter einer Leflunomid-Therapie aus der Ärzteschaft direkt zugegangen. Bei einigen dieser Meldungen fällt auf, dass konkret über die „Verschlechterung der Einstellung einer vorbestehenden Hypertonie“ beziehungsweise über die „Manifestation einer labilen arteriellen Hypertonie“ berichtet wird. Wie auch die entsprechenden Meldungen über unerwünschte Arzneimittelwirkungen zeigen, wird in der antirheumatischen Therapie Leflunomid nicht selten mit konventionellen nichtsteroidalen Antirheumatika und/oder Kortikosteroiden, gegebenenfalls auch mit Methotrexat, kombiniert. Aufgrund dieser Tatsache ist in Erwägung zu ziehen, dass bei einer solchen Kombinationstherapie möglicherweise die Gefahr des Auftretens beziehungsweise der Verstärkung oder Manifestation einer Hypertonie erhöht wird.
In der Fachinformation (1) weist der Hersteller darauf hin, dass es unter der Therapie mit Arava® häufig , das heißt bei ein bis zehn Prozent der Patienten, zu einer Blutdruckerhöhung (im Allgemeinen leicht) kommen kann. Insofern muss nach Angaben des Herstellers der Blutdruck vor Beginn und während der Therapie mit Leflunomid in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Auch in der Literatur wird Hyperto-
nie unter der Leflunomid-Therapie beschrieben (2, 3, 4).
Bitte teilen Sie uns alle beobachteten Nebenwirkungen (auch Verdachtsfälle) mit. Sie können dafür den in regelmäßigen Abständen im Deutschen Ärzteblatt auf der vorletzten Umschlagseite abgedruckten Berichtsbogen verwenden oder diesen aus der AkdÄ-Internetpräsenz http://www.akdae.de abrufen.

Literatur
1. Fachinformation Arava® Filmtabletten, Stand März 2001.
2. Goldenberg MM: Leflunomide, a novel immunomodulator for the treatment of active rheumatoid arthritis. Clin Ther 1999; 21: 1837–1852.
3. Hewitson PJ, Debroe S et al.: Leflunomide and rheumatoid arthritis: A systematic review of effectiveness, safety and cost implications. J Clin Pharm Ther 2000; 25: 295–302.
4. Reinhold-Keller E, Gross WL: Leflunomid zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis. Dtsch Arztebl 2001; 98: A 1881–1887 [Heft 28–29].
Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft, Aachener Straße 233–237, 50931 Köln, Telefon: 02 21/40 04-5 28,
Fax: -5 39, E-Mail: akdae@t-online.de
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