ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2002Patientenverfügungen - Kein „Sterben in Würde“: Radikalität der Thesen unwürdig

THEMEN DER ZEIT: Diskussion

Patientenverfügungen - Kein „Sterben in Würde“: Radikalität der Thesen unwürdig

Dtsch Arztebl 2002; 99(30): A-2024 / B-1712 / C-1608

Calatzis, Alexander

zu dem Beitrag von Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Zieger et al. in Heft 14/2002
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LNSLNS . . . Es wird unter anderem suggeriert, dass die Patientenautonomie und die Fürsorgepflicht des Arztes sich gegenseitig ausschließen und dass der in der Patientenverfügung geäußerte Wille eine Handlungsanweisung bedeute, die den Arzt zu einem Handlanger degradiere. Das stimmt so nicht. Auch bei Vorliegen einer sehr restriktiv formulierten Patientenverfügung muss der Arzt entscheiden, ob Voraussetzungen dafür bestehen, ob zum Beispiel ein Sterbeprozess vorliegt oder ob es berechtigte Hoffnung auf Heilung gibt. Bei dieser Entscheidung muss der Arzt viel Fürsorgepflicht zeigen . . . Gerade im Sterbeprozess ist ein Sowohl-als-auch sehr wichtig. Insgesamt halte ich die Radikalität der Thesen, zum Beispiel die vollkommene Ablehnung der Patientenverfügung, und den Tonfall in diesem Artikel für unwürdig angesichts eines Themas, bei dem es um die Würde des Patienten geht.
Dr. med. Alexander Calatzis,
Schwerpunkt für Psychosomatik an der 2. medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Regensburg,
Franz-Josef-Strauß-Allee 11, 93053 Regensburg
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