ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2002Patientenverfügungen - Kein „Sterben in Würde“: Weit weg von der Wirklichkeit

THEMEN DER ZEIT: Diskussion

Patientenverfügungen - Kein „Sterben in Würde“: Weit weg von der Wirklichkeit

Dtsch Arztebl 2002; 99(30): A-2025 / B-1749 / C-1626

Schröter-Kunhardt, Michael

zu dem Beitrag von Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Zieger et al. in Heft 14/2002
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LNSLNS Das Statement ist hervorragend – aber weit weg von der Wirklichkeit. Die humanen Bedingungen, die die Autoren fordern, bestehen seit Jahren nicht mehr und werden (in Zukunft auch mit den DRGs) weiter abgebaut. Ärztemangel und jetzt auch Schwestern- und Pflegermangel machen den Patienten Tag für Tag mehr zum Objekt für knappe (gute) wissenschaftliche Medizin, aber immer weniger zum menschlich-humanen und besonders auch in seinem inneren (oneiroidalen) Erleben (des Schlaganfalls zum Beispiel) ernst genommenen gleichwertigen Partner.
Und genau auf diese Verhältnisse antworten Patientenverfügungen – mit vollem Recht. Hinzu kommt, dass der Tod oft genug eine Erlösung ist (und vielleicht auch ein Übergang in eine andere Welt). Noch vor 20 Jahren hätten viele unserer jetzt lange am (elenden) Leben erhaltenen neurologischen Frühreha-Patienten nicht überlebt – und wären längst von dieser dauernden und oft nur sachlich adäquaten, aber menschlich unzureichenden Lebenserhaltung um jeden Preis erlöst gewesen . . .
Die Argumentation kann ich somit nur teilen, wenn sie von vehementem – und riskantem – persönlichen Protest gegen Arbeitsüberlastung und Stellenabbau (und DRGs) in den Kliniken begleitet wird.
Michael Schröter-Kunhardt,
Görresstraße 81, 69126 Heidelberg
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