ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2002Brechmitteleinsatz: Gegenmeinung

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Brechmitteleinsatz: Gegenmeinung

Dtsch Arztebl 2002; 99(30): A-2033 / B-1721 / C-1617

Sempell, Rainer

Zur Entschließung des 105. Deutschen Ärztetags zum Brechmitteleinsatz bei Drogendelikten:
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LNSLNS Die Forderung der BÄK, den gewaltsamen Brechmitteleinsatz abzuschaffen, verurteile ich schärfstens. Wer von der Polizei aufgegriffen wird und nichts verbrochen hat, kann freiwillig Brechmittel nehmen und so seine Unschuld beweisen. Wer aber Drogen geschluckt hat, gehört hinter Gitter! Und zwar viel länger als bisher in Deutschland üblich. Wer sich der Strafe entziehen und das Brechmittel nicht einnehmen will, muss eben gewaltsam überführt werden. Diese Leute haben keinerlei Schonung verdient. Gerade wir Ärzte wissen ob der Gefahren von Drogen und sollten für Dealer keinerlei Verständnis zeigen. Dieses Beweisverfahren zu verurteilen erinnert mich an den Ausspruch von Voltaire: „Wer dem Verbrechen Nachsicht übt, wird sein Komplize.“ Wir Ärzte sollten uns nicht schuldig machen! Und eine Ablehnung der medizinischen Bereitschaft durch die Anästhesisten sollte konsequent dienstrechtlich geahndet werden!
Anschließend möchte ich mir eine Bemerkung erlauben, die zwar hart ist, aber gerecht: Viele Kinder und Jugendliche werden von skrupellosen Dealern abhängig gemacht, und das zum Teil ohne jegliche eigene Schuld (Einbringen von Drogen in „normale Getränke“, die in Discos etc. bestellt werden). Jedes Leben solcher Kinder und Jugendlichen ist mir lieber als das eines Dealers!
Dr. med. Rainer Sempell,
Kleiner Styg 14, 22869 Schenefeld
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