ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2002Erhöhtes Blutungsrisiko unter Antidepressiva

MEDIZIN: Referiert

Erhöhtes Blutungsrisiko unter Antidepressiva

Dtsch Arztebl 2002; 99(30): A-2046 / B-1731 / C-1627

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LNSLNS Serotonin verstärkt die Blutplättchenaggregation. Selektive Serotonin-Reuptake-Hemmer senken die Serotonin-Aufnahme aus dem Blut in die Blutplättchen, sodass es nicht verwundert, dass unter Einnahme dieser Antidepressiva eine vermehrte Blutungsneigung beobachtet wurde.
Das kanadische Autorenteam berichtet über eine retrospektiv durchgeführte Populationsstudie, an der 317 824 ältere Personen teilnahmen, die in den Jahren 1992 bis 1998 Antidepressiva eingenommen hatten. Insgesamt wurden 974 gastrointestinale Blutungen beobachtet, was einer Blutungsrate von 7,3 pro 1 000 Patientenjahren entspricht. Insbesondere bei alten Menschen mit positiver Blutungsanamnese sollte der Einsatz von Serotonin-Reuptake-Inhibitoren kritisch betrachtet werden. w

Walraven van C, Mamdam MM, Wells PS et al.: Inhibition of serotonin reuptake by antidepressants and upper gastrointestinal bleeding in elderly patients: retrospective cohort study. Brit J Med 2001; 323: 655–658.

Dr. C. van Walraven, Clinical Epidemiology Unit, Ottawa Health Research Institute, Ottawa Hospital Civic Campus, Ottawa ON, Canada K1Y 4E9, carlv@ohri.ca

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