ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2002Depressive Störungen bei Patienten der Allgemeinmedizin: Inhomogenes Arztmuster

MEDIZIN: Diskussion

Depressive Störungen bei Patienten der Allgemeinmedizin: Inhomogenes Arztmuster

Dtsch Arztebl 2002; 99(30): A-2057 / B-1746 / C-1557

Knuth, Peter

zu dem Beitrag Früherkennung und therapeutische Ansätze von Priv.-Doz. Dr. med. Hermann Ebel Dr. med. Karl Beichert in Heft 3/2002
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Sieht man sich die Arbeit aufmerksam an, so ergeben sich Probleme bei der Bewertung der Ergebnisse, da nicht klar wird, auf welches Kollektiv von Ärzten sich die Zahlen beziehen. In der Überschrift wird auf Patienten der Allgemeinmedizin abgestellt, also auf Ärzte, die im Besitz der Gebietsbezeichnung Allgemeinmedizin sind, während im Text dann von Hausärzten oder Patienten in Allgemeinarztpraxen berichtet wird. Nun gibt es keine Weiterbildung „Hausarzt“, sondern an der hausärztlichen Versorgung im sozialrechtlichen Sinne nach § 73 SGB V nehmen insgesamt fünf nach der Weiterbildung völlig unterschiedliche Arztgruppen teil:
1. Allgemeinärzte,
2. Kinderärzte,
3. Internisten ohne Schwerpunktbezeichnung, die die Teilnahme an der hausärztlichen Versorgung gewählt haben,
4. Ärzte, die nach § 95 a Abs. 4 und
5 Satz 1 SGB V in das Arztregister eingetragen sind,
5. Ärzte, die am 31. Dezember 2000 an der hausärztlichen Versorgung teilgenommen haben.
Angesichts dieses völlig inhomogenen Arztmusters muss in Arbeiten mit wissenschaftlichen Aussagen sehr präzise darauf abgestellt werden, auf welche der an der hausärztlichen Versorgung teilnehmenden Arztgruppen sich eine Studie bezieht.
Kollektive Sammelaussagen wären bestenfalls zur Gesamtmenge der an der hausärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte möglich oder aber differenziert nach dem jeweiligen arztrechtlichen Status des an der hausärztlichen Versorgung teilnehmenden Arztes. Nur so wären Fragestellungen zu beantworten, ob es Behandlungsunterschiede innerhalb der Gesamtmenge der an der hausärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte mit Blick auf ihre unterschiedlichen arztrechtlichen Qualifikationen gibt.
Prof. Dr. med. Peter Knuth
Berufsverband Deutscher Internisten e. V.
Postfach 15 66
65005 Wiesbaden

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema