ArchivDeutsches Ärzteblatt6/1996Rahabilitation: Prinzip Menschenwürde
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LNSLNS . . . Reha-Qualität auf dem Prüfstand: Training, Automatisation des von mir verordneten Verhaltens vom Patienten zu verlangen, einem Hund gleich, . . . ist eine Möglichkeit. Dieses "Gesundheits-Denken" im Sinne von Funktionieren läuft ethischer Begründung längst den Rang ab. Die andere Möglichkeit ist, Patienten in ihrer Persönlichkeit so zu fördern, daß sie Ziele in freier Entscheidung annehmen und verwirklichen können. Diese seelisch-geistige Dimension wird in der Kur zukünftig als Zeitverschwendung mißbilligt, auch weil sie naturwissenschaftlicher Meßbarkeit kaum zugänglich ist. Bischofberger faßte die unter Kostendruck erstellte "Prioritätensetzung im schwedischen Gesundheitssystem" zusammen: "Den ethischen Eckpfeiler bildet das Prinzip der Menschenwürde . . . Das ethische Richtmaß der Menschenwürde besagt, daß jeder Mensch um seiner selbst willen betrachtet und behandelt werden soll, und zwar unabhängig von allen Eigenschaften und Funktionen, die er besitzt oder ausübt." Unabhängig auch von sogenannter Selbstverschuldung.
Bis sich unser Gesundheitssystem hieran orientiert, schlage ich vor, daß jährlich diejenige Reha-Klinik einen Preis erhält, deren Kur-Patienten statistisch signifikant am meisten abgenommen haben . . .
Hans-Martin Böhm, Hansenweiher Straße 5, 88171 Lindenberg
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