ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2002„Doch Ärzte sind im Nehmen hart ...„

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„Doch Ärzte sind im Nehmen hart ...„

Dtsch Arztebl 2002; 99(31-32): [100]

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LNSLNS Im Jahre zweitausend-und-zwei
da ist es mit dem Spaß vorbei.
Weil mit der Pharma-Industrie
nicht mehr gestimmt hat die Chemie,
und das auch noch ein Wahljahr ist,
der Kanzler tobt: „Was für ein Mist!
Selbst wenn die Kammer widerspricht,
bevor noch mehr zusammenbricht:
Ministerin wird abgesetzt,
Gesundheit ist ,Chefsache‘ jetzt.
Ein ,nationaler Kassen-Rat‘
hier ab sofort das Sagen hat!“
Der (sein Erfolgsdruck ist enorm)
beschließt gleich ’ne „Struktur-Reform“:
„Was unter Pfarrern ist schon Brauch,
das müssen Mediziner auch –
es teilt der Arzt, Vorschrift KV,
die Praxis sich mit seiner Frau!
Und da heut’ viele von den Jungen
vom Ärztestand sind abgesprungen,
so wird auf ‚Nachwuchs‘ ganz verzichtet,
die Alten werden dienst-verpflichtet.
Half dies dem Lehrer-Mangel ab,
so bringt’s die Ärzte auch auf Trab.
Und schließlich lässt sich weiter sparen,
wenn Ärzte dienstlich Auto fahren:
Was muss man individuell
’nen Schlitten haben, groß und schnell,
der hohe Wegegelder kostet
und später doch einmal verrostet?
,Car-sharing‘ wird jetzt vorgeschrieben
und unter zwölf PS geblieben!“
Doch Ärzte sind im Nehmen hart
und murmeln nur in ihren Bart:
„Was macht bloß ein Gesundheits-Rat,
wenn der mal eine Krankheit hat ?!“
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