BRIEFE

Albtraum: Nicht lustig

Dtsch Arztebl 2002; 99(31-32): A-2102 / B-1783 / C-1678

Benkowitsch, Roland

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LNSLNS Nein, das Thema ist zu wichtig, als dass man selbst eine Glosse in diesem Tenor lustig finden könnte. Das offensichtliche Un-Verständnis des Autors von Disease-Management (DM) und evidenzbasierter Medizin (EbM) und die Art und Weise, wie diese unterschiedlichen Begriffe vermengt werden, ist alar-mierend. Gleichwohl entspricht sie dem erstaunlich niedrigen Niveau so mancher öffentlichen Diskussion diesbezüglich und leider auch demjenigen, durchaus ernst gemeinter Artikel im Ärzteblatt. Angesichts der einerseits erdrückenden Datenlage zum defizitären Versorgungsstand vor allem von chronischen Erkrankungen in Deutschland und des andererseits überall leicht zugänglichen Wissens zu DM und EbM kann man nur empfehlen: Bevor weiteres Porzellan zerschlagen wird, mache sich bitte jeder, der zum Thema etwas beitragen will, zunächst intensiv kundig über Wesen und Elemente dieser einzig vernünftigen Antworten auf eine zunehmende Alterung der Gesellschaft mit immer mehr chronischen Erkrankungen.
EbM ist ärztliche Entscheidungsfreiheit pur auf höchstem wissenschaftlichen Niveau und hat nichts mit Callcenter-Lösungen auf Laienebene zu tun. Für DM gilt das Gleiche. Und beide ergänzen sich. Es gibt auch außerhalb der Sprechstunde krankheitsrelevante Faktoren, sehr relevante sogar. Auf deren konsequente Einbeziehung ist jede mittelfristige, qualitätsgesicherte Versorgung angewiesen. Strukturiertes, gemeinschaftliches Vorgehen aller Akteure ist angesagt. Die AOK Bayern ist bereit, mit den Ärzten ein nachhaltig wirksames DM aufzulegen.
Dr. med. Roland Benkowitsch,
AOK Bayern, Disease-Management, Im Gewerbepark B 32, 93059 Regensburg
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