ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2002Ärzte ohne Grenzen: Schlechte Erfahrung

BRIEFE

Ärzte ohne Grenzen: Schlechte Erfahrung

Dtsch Arztebl 2002; 99(31-32): A-2103 / B-1784 / C-1679

Weiss, Clemens

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Ich möchte Ihnen dazu mitteilen, dass ich mich – ich bin emeritierter Chefarzt für Chirurgie und 66 Jahre alt, gesund – Anfang dieses Jahres bei der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ für einen Einsatz in Afghanistan bewarb, weil ich die russische Sprache beherrsche, die wegen der Dostum-Truppen, wie ich weiß, gefragt ist. Ich erhielt die Aufforderung, einen sechsseitigen Fragebogen auszufüllen, einen Lebenslauf zu schreiben, eine Begründung meines Anliegens und Kopien sämtlicher Qualifikationen zu senden. Ich erklärte, dass meine Englischkenntnisse ausreichend für das „Überleben“ seien.
Schon nach wenigen Tagen erhielt ich ein Schreiben, in dem man mir lakonisch mitteilte, dass man „mit Bedauern“ meinen Einsatz ablehne, da die Englischkenntnisse nicht ausreichend seien!
Meine sonstigen Qualifikationen wurde mit keinem Wort erwähnt. Im Übrigen bestünde kein Bedarf an Russischkenntnissen.
Meine Frage, ob man es wirklich für wahrscheinlich hielte, dass sich dahinsiechende Kinder, Frauen und Greise als Erstes danach erkundigten, ob der aus Europa angereiste Spezialist auch die englische Sprache beherrschte, und ob es nicht das Wichtigste sei, die Bereitschaft überhaupt für ein solches Abenteuer aufzubringen und natürlich über medizinische Fähigkeiten zu verfügen, wurde nicht mehr beantwortet.
Das Büro Rupert Neudeck teilte mir auf Anfrage mit, dass ich mich mit diesem Problem vertrauensvoll an „Ärzte ohne Grenzen“ wenden müsse.
Meine Freunde sagten mir: „Nimm’s als Zeichen von oben!“ Was ich auch tat.
Dr. med. Clemens Weiss,
Weinbrennerstraße 20, 04320 Leipzig
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema