ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2002Sulindac bei familiärer Adenomatosis coli

MEDIZIN: Referiert

Sulindac bei familiärer Adenomatosis coli

Dtsch Arztebl 2002; 99(31-32): A-2110 / B-1789 / C-1684

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LNSLNS Das nichtsteroidale Antirheumatikum Sulindac (in Deutschland nicht zugelassen) ist möglicherweise in der Lage, bei Patienten mit familiärer Adenomatosis coli (FAP) bei Zustand nach Ileorektalanastomose verbleibende Polypen im Rektum zurückzubilden.
Die Autoren berichten über eine Studie an zwölf Patienten im Alter von durchschnittlich 37,1 Jahren, die 158 mg Sulindac pro Tag über 63,4 ± 31,3 Monate erhielten. Polypenzahl, Größe und Histologie wurden ebenso wie unerwünschte Wirkungen alle vier Monate analysiert. Bei allen Patienten kam es zu einer signifikanten Rückbildung der Polypenzahl nach 12 und 64 Monaten; auch ein Fortschreiten in Richtung tubulovillöses oder villöses Adenom konnte offensichtlich durch Sulindac verhindert werden. Allerdings entwickelte ein Patient nach 35 Monaten ein Rektumkarzinom. Häufigste unerwünschte Wirkung waren Schleimhauterosionen im Rektum bei sechs Patienten.
Sulindac inhibiert die Prostaglandinsynthese über eine Hemmung von Zyklooxygenase 1 und Zyklooxygenase 2. Ob andere nichtsteroidale Antirheumatika einen ähnlichen Effekt erzielen, muss bezweifelt werden. w

Cruz-Correa M, Hylind L M, Romans K E et al.: Long-term treatment with sulindac in familial adenomatous polyposis: a prospective cohort study. Gastroenterology 2002; 122: 641–645.

Marcia Cruz-Correa, M.D., Department of Medicine, Division of Gastroenterology, The John Hopkins University School of Medicine, 1830 East Monument Street, Room 420, Baltimore, Maryland 21205, USA, E-Mail: macruzco@hsph.edu

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