ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2002Sildenafil (Viagra) bei Motilitätsstörungen der Speiseröhre

MEDIZIN: Referiert

Sildenafil (Viagra) bei Motilitätsstörungen der Speiseröhre

Dtsch Arztebl 2002; 99(31-32): A-2110 / B-1789 / C-1684

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LNSLNS Sildenafil blockiert die Phosphodiesterase Typ 5, was zu einer Erschlaffung von glatten Muskelzellen in verschiedenen Organen führt.
Die Autoren untersuchten zunächst bei sechs gesunden Freiwilligen die Wirkung von 50 mg Sildenafil auf den unteren Ösophagussphinkter und die Druckamplitude im tubulären Teil der Speiseröhre. Bei vier Probanden wurde eine Langzeit-Manometrie über zwölf Stunden an zwei verschiedenen Tagen, einmal nach Gabe von 50 mg Sildenafil und einmal nach Placebomedikation durchgeführt. Während der Behandlung mit dem Phosphodiesterasehemmer kam es zu einer signifikanten Senkung des unteren Ösophagussphinterdrucks und der Druckamplitude im distalen Speiseröhrenanteil. Dieser Hemmeffekt hielt für mindestens acht Stunden an.
In einer offenen Studie wurden elf Patienten mit hyperkontraktilen Motilitätsstörungen der Speiseröhre untersucht.
In neun von elf Fällen kam es zu einer Besserung der manometrischen Parameter, aber nur bei vier Patienten besserten sich die klinischen Symptome unter Sildenafil. Zwei dieser vier Patienten klagten jedoch über unerwünschte Wirkungen und wollten die Behandlung nicht fortsetzen. Inwieweit Sildenafil bei Patienten mit hypertonem unteren Ösophagussphinkter oder Nussknacker-Ösophagus therapeutisch eingesetzt werden kann, muss aufgrund der beobachteten unerwünschten Wirkungen offen gelassen werden. w

Eherer AJ, Schwertz I, Hammer HF, et al.: Effect of sildenafil on oesophageal motor function in healthy subjects and patients with oesophageal motor disorders. Gut 2002; 50: 758–764.

Dr. A. J. Eherer, Auenbruggerplatz 15, 8036 Graz, Österreich, E-Mail: andreas.eherer@kfunigraz.ac.at

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