ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2002Fluvastatin: Zur Sekundärprävention nach Ballondilatation

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Fluvastatin: Zur Sekundärprävention nach Ballondilatation

Dtsch Arztebl 2002; 99(31-32): A-2128 / B-1812 / C-1720

Bischoff, Martin

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LNSLNS Dass Statine in der Sekundärprävention bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit unverzichtbar sind, ist bereits in den Studien 4S, CARE und
LIPID belegt worden. Nun wurden auf dem American Congress of Cardiology Daten präsentiert, die die Wichtigkeit der Statine für die Sekundärprävention erneut unterstreichen. Es handelte sich um die „Locol Intervention Prevention Study (LIPS). Erstmals wurde hierbei der Effekt eines HMG-CoA-Reduktasehemmers, nämlich Fluvastatin, auf kardiovaskuläre Ereignisse nur bei Patienten untersucht, die kurz zuvor erstmals mittels Ballondilatation
(PTCA) revaskularisiert worden waren.
Dahinter steht die Erkenntnis, dass durch die PTCA ischämische Symptome zwar kurzfristig gemindert werden können, aber ohne weitere effektive Therapie ein hohes Risiko kardialer Ereignisse bestehen bleibt. Wie Prof. Wolfgang Rutsch (Berlin) in München berichtete, handelte es sich bei den 1 677 Teilnehmern dieser doppelblinden multizentrischen Studie um Koronarpatienten mit einem nur moderat erhöhten LDL-Cholesterin von durchschnittlich 132 mg/dl. Die Sekundärprävention mit 80 mg/Tag Fluvastatin oder Placebo begann im Durchschnitt 2,7 Tage nach der Koronarintervention.
Die Patienten durften in den sechs Wochen vor Einschluss in die Studie keine Statintherapie erhalten haben, betonte Rutsch. Die Beobachtungszeit dauerte mindestens drei, höchstens vier Jahre. Trotz des niedrigen Ausgangs-Wertes von 132 mg/dl nahm das LDL-Cholesterin im Verlauf der Studie weiter auf im Mittel 99 mg/dl ab. Primäre Zielgröße von LIPS war die Zeit bis zum Auftreten eines schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignisses (kardialer Tod, nichttödlicher Myokardinfarkt, Bypass-Operation oder erneute PTCA).
Während des ersten Jahres unterschieden sich Placebo und Verum hinsichtlich dieser Ereignisrate nicht; danach gingen die Kurven deutlich auseinander. Nach vier Jahren hatten Patienten mit Fluvastatin ein um 22 Prozent und damit signifikant geringeres Risiko für den primären Endpunkt (Placebo 26,7 versus Fluvastatin 21,4 Prozent).
Subgruppenanalysen ergaben einen noch größeren Benefit bei den Diabetikern, die zwölf Prozent des Gesamtkollektivs betrugen. Deren Risiko eines kardialen Ereignisses verringerte sich relativ zu Placebo signifikant um 47 Prozent. In der Subgruppe mit multiplen Gefäßschäden reduzierte sich das Risiko signifikant um 34 Prozent. Die klinische Relevanz der Studie bestehe darin, dass ein Statin zwingend zur Nachbehandlung von KHK-Patienten nach einer PTCA gehört.
Auch Prof. Winfried März (Graz) betonte, dass die Intervention allein zu wenig sei und dass gerade der Typ-2-Diabetiker von der Statin-Therapie profitieren könne. Insbesondere Fluvastatin sei mehr als ein Lipidsenker. Das wird auch aus dem hohen klinischen Nutzen trotz des recht niedrigen Ausgangs-LDL-Wertes ersichtlich. Es gibt Belege dafür, dass Fluvastatin die endotheliale Dysfunktion über eine höhere Verfügbarkeit von Stickstoffmonoxid verbessert. Außerdem vermindert es die Einwanderung von Monozyten in die Gefäßwand und die Oxidierbarkeit von LDL-Cholesterin. Schließlich scheint Fluvastatin auch antiinflammatorische Effekte aufzuweisen.
Fluvastatin wurde in LIPS als Kapsel in der Dosis 2 × 40 mg verabreicht. Es steht auch als 80 mg Retardtablette zur Verfügung. Martin Bischoff
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