ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2002Frauenheilkunde: Üben mit dem Ultraschallsimulator

VARIA: Technik

Frauenheilkunde: Üben mit dem Ultraschallsimulator

Dtsch Arztebl 2002; 99(31-32): A-2129 / B-1805 / C-1721

Hans, Dirk E.

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Mit dem Ultraschallsimulator können Pathologien dargestellt werden, und der Übende kann trainieren. Werkfoto
Mit dem Ultraschallsimulator können Pathologien dargestellt werden, und der Übende kann trainieren. Werkfoto
Die Möglichkeiten, unter fachkundiger Anleitung Ultraschall zu üben, um hier mehr Sicherheit zu erlangen, haben nur wenige. Prof. Christof Sohn und Mitarbeiter, Frauenklinik an der Medizinischen Hochschule Hannover, haben einen „Ultraschallsimulator“ entwickelt und zur Praxisreife gebracht. Dafür erhielt er den Deutschen Innovationspreis und den Fortbildungspreis des Berufsverbandes der Frauenärzte.
Der niedergelassene und sonographisch tätige Frauenarzt muss Pathologien und Fehlbildungen erkennen, wie zum Beispiel die tanatophore Skelettdysplasie — eine gravierende Fehlbildung — mit lediglich einer Inzidenz von circa 1 : 40 000. Eine derartige Fehlbildung außerhalb eines Pränatalzentrums zu sehen ist mehr als gering, trotzdem muss sie erkannt werden.
Geeignete Lernmedien stehen nicht zur Verfügung, sodass praktische Übungen, wie beispielsweise das richtige Führen des Schallkopfes, nicht vermittelt werden können. Bislang musste die Technik unmittelbar an der Patientin geübt werden, da eben keine entsprechenden Lernmedien zur Verfügung standen.
Mit dem Ultraschallsimulator können nun unter realistischen Bedingungen Pathologien dargestellt werden, und der Übende kann trai-nieren. Er hat die Option zu wählen, ob er eine bestimmte Pathologie direkt untersuchen oder testen möchte, oder zu prüfen, ob er in der Lage ist, bestimmte pathologische Befunde zu entdecken. Der Ultraschallsimulator besteht aus folgenden Komponenten: einem leistungsfähigen Computer mit entsprechender Software, einer Puppe mit elektromagnetischer Lokalisationseinheit sowie einem
3-D-Sensor, intergriert in eine Ultraschallkopfattrappe.
Der PC errechnet in Real-time das der Schallkopfposi-tion entsprechende Ultraschallbild aus dem 3-D-Datensatz. Das heißt, aus einem zuvor gewählten Datensatz, der virtuell in die Puppe projiziert wird, kann in Echtzeit jede beliebige Schnittebene durch die entsprechende Schnittebene des Schallkopfes gewonnen werden. Mit dem Simulator lassen sich sämtliche Messungen durchführen, denn die Puppe ist so ausgelegt, dass sowohl die Abdominalsonographie in der Schwangerschaft als auch die Vaginal- und die Mammographie simuliert werden können. Die Bewegungen des Kindes, das schlagende Herz und die Dopplersonographie können noch nicht dargestellt werden. Aber zukünftig wird auch dies möglich sein.
„Wünschenswert ist eine flächendeckende Verfügbarkeit von Ultraschallsimulatoren, sodass sich ohne weiten Anfahrtsweg jeder Kollegin und jedem Kollegen eine Trainingsmöglichkeit eröffnet“, sagt Sohn. Dirk E. Hans
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