ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2002Bedrohliche Konsequenzen in den chirurgischen Fächern: Mehr Kollegialität
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LNSLNS Es gibt offensichtlich genügend Kollegen, die an einer gewollten Realitätsstörung hinsichtlich des Arbeitsalltags am Krankenhaus leiden – eigentlich leiden sollten! Nicht die gesetzlichen Regelungen bezüglich der Arbeitszeit und deren Einhaltung sind der Grund für die Probleme der angestellten Ärzte und der von ihnen versorgten Patienten, sondern das Verhältnis der Ärzte untereinander in einer überholten, arbeits- und menschenfeindlichen Krankenhaushierarchie. Aus eigener Erfahrung an einer deutschen chirurgischen Universitätsklinik weiß ich, dass das Gros der Patientenversorgung und Studentenausbildung (die im Artikel bejammert wird) auf die jüngsten Kollegen abgewälzt wird, während Fach-, Ober- und Chefärzte zum großen Teil in medizinischen „Nischen“ fernab der Patientenversorgung an der Karriere basteln und mit unsagbarer Überheblichkeit und Arroganz sich zu für das zukünftige Gesundheitssystem essenziellen Themen äußern, dass einem die Haare zu Berge stehen. Und das unter Gebrauch eines bedrohlichen Populismus mit falschen Horrorszenarien bezüglich der Patientenversorgung wie im Artikel der Kollegen aus Hannover. Wer wie ich erlebt hat, wie Patienten an einer deutschen chirurgischen Universitätsklinik von Kollegen zum Teil „versorgt“ werden und wie Vorgesetzte mit Assistenzärzten umspringen, die nicht auf Kommando parieren und bei deren wissenschaftlicher Karriere „mithelfen“, der erkennt früh, worin das eigentliche Problem liegt!
Mit mehr Kollegialität im Krankenhaus und Bewältigung der Patientenversorgung durch alle beziehungsweise kein Vorrang von Forschung und damit ärztlichem Egoismus vor Patientenversorgung und Lehre gäbe es kein Problem mit der Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen im Krankenhaus.
Dr. med. Markus Nowakowski,
Gundertweg 9, 75365 Calw
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