ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2002Arzt und Geschäft: Tabus verletzt?
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LNSLNS Der Verfasser ist ein um den freien Arztberuf und dessen Ansehen besorgter Journalist. Die Leserbriefe erwecken den Eindruck, als habe er mit seinem Artikel, wie man neuerdings sagt, „Tabus verletzt“. In der Tat sind die ärztlichen Leistungen, die von den GKV-Versicherten auf Wunsch und gegen direkte Honorarzahlungen erbracht werden, weil sie nicht mit dem Beitrag zur jeweiligen Krankenkasse versichert worden sind, und deshalb nicht „über Krankenschein“ abgerechnet werden dürfen, landauf, landab Gegenstand der Diskussion bei den GKV-Versicherten, die bisher solche Honoraransprüche nicht kannten; dabei gerät ärztliches Verhalten in den Wettbewerbsvergleich, nicht nur in der Höhe der geforderten Honorare, sondern auch hinsichtlich der Leistungsbegründungen, oder
– wie wir Ärzte es ausdrücken – der jeweiligen Indikationen. Anfragen bei den Krankenkassen oder den Kassenärztlichen Vereinigungen sind die Folge, und deren nicht selten unterschiedliche Stellungnahmen verstärken die Rechtsunsicherheit bei den Betroffenen. Von daher zum „Geschäfte machen“ ist ein weiter Weg; aber: „Wer weiß das schon?“ Insoweit macht der Jachertz-Artikel auf die Gefahren für den Arztberuf als freien Beruf bei der Integration cash-bezahlter Zusatzleistungen aufmerksam. Der Arztberuf ist eben kein Geschäft wie jedes andere. So jedenfalls habe ich den Artikel verstanden.
Prof. Dr. med. Ernst-Eberhard Weinhold, Dorfstraße 140,
27637 Nordholz
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