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LNSLNS Warum sah sich Frau Caspers-Merk zu dieser Stellungnahme genötigt, in der sie ihre bisherige fachlich gut begründete kritische Haltung gegenüber Ritalin verwässert? In Fachkreisen wird durchaus angezweifelt, dass den Symptomen Hyperaktivität, Verhaltensauffälligkeiten und Konzentrationsstörungen eine Dopaminstoffwechselstörung zugrunde liegt. Dies wollen lediglich die biologistisch orientierten Kollegen so sehen, obwohl dies in keiner Studie belegt werden konnte. Diejenigen, die die Erkenntnisse der Bildungsforschung und Entwicklungspsychologie einbeziehen, können jedoch immer wieder an eindrucksvollen Verläufen zeigen, dass Kindern und Eltern nachhaltig und wirkungsvoll nur geholfen wird, wenn an den psychosozialen Ursachen gearbeitet wird.
Zu Recht weist Frau Caspers-Merk daher darauf hin, dass viele wissenschaftliche Fragen im Zusammenhang mit Ritalin noch nicht beantwortet sind. Die Anstrengungen, die Hilfen für hyperaktive und verhaltensauffällige Kinder zu verbessern und dem Missbrauch von dabei eingesetzten Arzneimitteln entgegenzuwirken, sind nur zu begrüßen. Der Zielkatalog müsste allerdings beinhalten, dass die nichtmedikamentösen Behandlungen mehr gefördert und evaluiert werden. Die systematische Analyse der Verordnungsdaten müsste mit einer systematischen Dokumentation der nicht erwünschten und langfristigen Wirkungen einhergehen. Sonst kann es sein, dass wir in dreißig bis vierzig Jahren einen ebenso großen Anstieg an Parkinson-Patienten zu verzeichnen haben wie jetzt beim „ADHS“.
Dr. Marianne Winterstein, Bahnhofstraße 5, 76356 Weingarten
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