ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2002HIV-Therapie: Auf dem Weg zur einmal täglichen Gabe

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HIV-Therapie: Auf dem Weg zur einmal täglichen Gabe

Dtsch Arztebl 2002; 99(33): A-2209 / B-1909 / C-1781

Volkert, Ramona

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LNSLNS Die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) ist eine sehr wirksame Behandlung; sie erfordert allerdings eine außerordentlich hohe Adhärenz. Nur eine Compliance von weniger als 95 Prozent garantiert die volle Wirksamkeit. Bereits bei einer leicht verminderten Therapietreue von 90 bis 95 Prozent erreicht nur die Hälfte der HIV-infizierten Patienten das Therapieziel – nämlich die Suppression der Viruslast unter die Nachweisgrenze.
„Eine solch hohe Adhärenz ist über längere Zeit nicht machbar. Wir brauchen einfachere Therapiestrategien“, erklärte Dr. Jörg Gölz (Berlin). Am einfachsten ist nach übereinstimmender Meinung von Gölz und Prof. Jürgen Rockstroh (Bonn) die einmal tägliche Gabe. Bislang sind nur wenige antiretrovirale Substanzen zur einmal täglichen Gabe zugelassen worden, darunter das NRTI* Didanosin und das NNRTI** Efavirenz.
Die Auswahl an einmal täglichen Therapien wird jedoch schon in naher Zukunft deutlich zunehmen. Eine neue Formulierung des NRTIs Stavudin wird zurzeit geprüft und voraussichtlich Ende des Jahres zur Verfügung stehen. Atazanavir, der erste Proteinaseinhibitor (PI) zur einmal täglichen Gabe, wird voraussichtlich Mitte 2003 auf den Markt kommen. Der neue PI hat nach Aussage von Rockstroh noch den Vorteil, dass er die Lipide nicht ungünstig beeinflusst. Der unter herkömmlichen PIs beobachtete Cholesterin-Anstieg könnte das kardiovaskuläre Risiko von HIV-Patienten erhöhen, denn die antiretrovirale Behandlung ist heute eine Langzeittherapie. In einigen Querschnittsstudien wurde eine erhöhte Infarktrate unter PIs beobachtet. Dr. med. Ramona Volkert

Pressekonferenzen „Aids-Therapie – die Strategie heißt Once Daily“ und „Atazanavir – ein Blick in die Zukunft“ von Bristol Myers Squibb anlässlich der Welt-Aids-Konferenz in Barcelona
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