POLITIK

Ein Augenzeuge berichtet

Dtsch Arztebl 2002; 99(34-35): A-2227 / B-1897 / C-1781

Köhler, Knut

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Von braunen Wassermassen eingeschlossen: der historische Zwinger und die Semperoper in Dresden Foto: ddp
Von braunen Wassermassen eingeschlossen: der historische Zwinger und die Semperoper in Dresden Foto: ddp
„In großen Teilen Sachsens hat das Jahrhunderthochwasser private und berufliche Existenzen vernichtet. Die erste Flutwelle in den Tälern von Müglitz und Weißeritz riss ganze Ortschaften mit sich. So blieb von dem historischen Ort Weesenstein im Müglitztal nur das Schloss unversehrt. Jahrhundertealte Fachwerkhäuser wurden Opfer der reißenden Fluten. Gleiches gilt für die Uhrenstadt Glashütte. Dort hat die Weißeritz ebenfalls Straßen und Häuser weggespült wie Spielzeug. Unvorhersehbar waren die Fluten über die kleinen Orte hereingebrochen. Keiner hatte mit solch einer Zerstörung gerechnet. Begünstigt wurde die dramatische Situation durch die schon übervollen Talsperren, welche kein Wasser mehr aufnehmen konnten. Im Gegenteil, es musste noch zusätzlich Wasser abgelassen werden, um die Staumauern zu schützen. Neben den stark betroffenen Gebieten im Erzgebirge sind auch die Städte Grimma, Bad Schandau, Pirna, Meißen und Dresden von großen Zerstörungen heimgesucht worden. In der Landeshauptstadt wurden mehrere Brücken über die Weißeritz ebenfalls Opfer des Wassers. Gleise von Straßenbahnen und Zügen wurden zu großen Teilen unterspült. Im Dresdner Hauptbahnhof ging ab Dienstag, 13. August, mittags nichts mehr. Die zweite Flutwelle brach dann am Donnerstag, 15. August, über Elbflorenz herein. Stadtteile, die noch nie vom Hochwasser betroffen waren, mussten evakuiert werden. Wegen drohender Strom- und Wasserausfälle waren bereits in der Nacht vom 14. zum 15. August alle drei innerstädtischen Krankenhäuser mit 3 600 Patienten evakuiert worden. Diese kamen per Flugzeug nach Leipzig, Berlin, Köln und Hamburg sowie in umliegende Einrichtungen der Stadt. Zehn Jahre des Aufbaus sind innerhalb von drei Tagen nicht nur in Sachsen vernichtet worden. Das betrifft auch zahlreiche niedergelassene Ärzte.“
Knut Köhler, Sächsische Lan­des­ärz­te­kam­mer
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