ArchivDeutsches Ärzteblatt6/1996Abtreibung im säkularen Staat

SPEKTRUM: Bücher

Abtreibung im säkularen Staat

Hoerster, Norbert

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LNSLNS Ethik
Freigabe der Abtreibung
Norbert Hoerster: Abtreibung im säkularen Staat. Argumente gegen den § 218, Suhrkamp Taschenbuch Verlag, Frankfurt/Main, 1995, 200 Seiten, kartoniert, 18,80 DM
Norbert Hoerster, Professor für Rechts- und Sozialphilosophie an der Universität Mainz, legt das Ergebnis seiner Untersuchung zur Ethik des Tötungsverbotes und zur Abtreibung vor. Dem Fötus wird kein Überlebensinteresse eingeräumt, damit auch kein "überzeugender Grund für die Einräumung eines Lebenrechtes".
Ausgehend von dieser Auffassung analysiert der Verfasser in der zweiten Auflage seines Buches (Erstauflage 1991) das Abtreibungsurteil des Bundesverfassungsgerichts vom 28. Mai 1993 mit der Schlußfolgerung, daß das Gericht jedem einzelnen Fötus ein eigenes Lebensrecht zwar dem Namen nach, nicht aber der Sache nach zuspricht, womit das "Lebensrecht" des Fötus "im Munde des Gerichts zu einem bloßen Lippenbekenntnis wird".
Das heißt, daß "mit den Voraussetzungen eines säkularen Staates nur eine uneingeschränkte Freigabe der Abtreibung vereinbar ist".
Hans-Joachim Wagner,
Homburg/Saar

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