ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2002Das Kinder-Notfall-Intensiv-Buch

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Das Kinder-Notfall-Intensiv-Buch

Dtsch Arztebl 2002; 99(34-35): A-2249 / B-1917 / C-1800

Kretz, F.-J.; Beushausen, Th.

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LNSLNS F.-J. Kretz, Th. Beushausen (Hg.): Das Kinder-Notfall-Intensiv-Buch. Lebensrettendes Know-how. 2. Auflage, Urban & Fischer Verlag, München, Jena, 2002, XIV, 442 Seiten, 80 Abbildungen, 125 Tabellen, gebunden, 69,96 €
Selbst versierte Retter fürchten Kindernotfälle. Meist sind Nicht-Pädiater vor Ort, denn aus Kapazitätsgründen kommen eher Hausärzte, Chirurgen oder Anästhesisten zum Einsatz. An diese interdisziplinäre Fachgruppe wendet sich das Buch; in zweigeteilter Form werden zunächst allgemeine Prinzipien und dann spezifische Situationen dargestellt, jeweils gut strukturiert und sehr übersichtlich. Die Thematik reicht von suffizienter Analgesie über Drainagetechniken oder intraossäre Volumensubstitutionen bis zu Krampfanfällen, Kruppsyndrom oder auch Polytrauma. Auch perioperative Notfallsituationen werden berücksichtigt. Positiv hervorzuheben ist die Vielzahl markierter Kernsätze und Dosierungsangaben, auch die häufig anschließenden „Tipps und Tricks“ sind ausgesprochen wertvoll, sie sind praxistauglich, zeugen von Erfahrung und Kompetenz.
Dieses Rüstzeug darf aber nicht dazu führen, wieder mehr Kinder auf Erwachsenenstationen zu behandeln, beispielsweise in Kreiskrankenhäusern. Bei einigen der beschriebenen Krankheitsbilder droht Kompetenzüberschreitung, denn Meningitistherapie, Säuglingsrehydratation oder totale parenterale Ernährung gehören fest in kinderklinische Hand, spätestens nach Stabilisierung und Transport. Auch die Erstversorgung von Neugeborenen kann hier ausgeklammert werden, die flächendeckende Betreuung durch Spezialteams ist lange etabliert. Die Diskussion einer autologen Hämotherapie schließlich dürfte jeden Transfusionsmediziner auf die Barrikaden bringen.
Im Anhang folgt sinnvollerweise eine Reihe von Normalwerttabellen. Hier wäre eine Ergänzung um orientierende Körpermaße, Perzentilenkurven oder ein Oberflächennomogramm wünschenswert, beziehen sich pädiatrische Dosisangaben doch immer auf Kilogramm oder Quadratmeter. Insgesamt ist das Buch gut gemacht und brauchbar, auch für Kinderärzte. Nur das modernistische Layout mag einige Leser stören. Manfred Doerck
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