ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2002Clozapin-Hexal: Vereinfachte Anwendung

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Clozapin-Hexal: Vereinfachte Anwendung

Dtsch Arztebl 2002; 99(34-35): A-2270 / B-1850 / C-1822

Bischoff, Angelika

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LNSLNS Die negativen Symptome einer Schizophrenie, wie zum Beispiel affektive Verarmung und Rückzug und die kognitiven Probleme, bestimmen die soziale Integrationsfähigkeit und die Langzeitprognose des Patienten viel entscheidender als die positiven Symptome. Sie müssen deshalb ebenfalls behandelt werden. Möglich ist dies erst mit den modernen atypischen Neuroleptika geworden. Diese Substanzen erfüllen auch die Forderung einer guten Verträglichkeit – die Voraussetzung dafür, dass der Patient eine Langzeittherapie überhaupt ertragen kann.
„Die Modernität in der Schizophrenie-Therapie begann mit Clozapin“, erinnerte Prof. Hans-Jürgen Möller (München). Auch heute noch sei Clozapin für den Patienten vorteilhaft, weil unter der Behandlung keine extrapyramidalmotorischen Symptome auftreten. Die breite Wirkung gegen das Symptomenspektrum der Schizophrenie und die gute Verträglichkeit haben Clozapin auch nach Erkenntnis von Dr. Albert Zacher (Watmarkt) zu einem Praxisfavoriten gemacht, obwohl dem einige Hürden im Wege stehen. Zu Beginn hätte das Risiko für Agranulozytosen fast dazu geführt, dass Clozapin wieder vom Markt verschwand.
Durch Einführung einer Sonderregelung für eine kontrollierte Anwendung 1974 konnte die Substanz für die Psychiatrie erhalten werden. Folgende Vorgaben sind zu erfüllen: Die Verordnung muss an die Herstellerfirma gemeldet werden. Der Patient muss aufgeklärt werden und einwilligen. Blutbildkontrollen, zu denen der Arzt sich schriftlich verpflichten muss, begleiten die Therapie. Die Ergebnisse müssen dokumentiert und Nebenwirkungen gemeldet werden. Die Apotheke muss das Medikament über einen Sondervertriebsweg bestellen. Die Sonderregelung für Clozapin ist vor dem Hintergrund zu verstehen, dass es damals noch keine allgemeinen gesetzlichen Regelungen zur Arzneimittelsicherheit gab. Das gültige Arzneimittelgesetz hat einige Punkte der Sonderregelung eigentlich überflüssig gemacht.
Für Clozapin-Hexal® erhielt die Firma Hexal vom BfArM die Genehmigung, den Sondervertriebsweg, die Verpflichtungserklärung des Arztes und die Anmeldung der Verordnung beim Hersteller entfallen zu lassen. Clozapin-Hexal kann als erstes Clozapin-Präparat – wie jedes andere Medikament – vom Arzt rezeptiert und von der Apotheke abgegeben werden. Blutbildkontrollen, Meldung von auftretenden Nebenwirkungen und Dokumentation bleiben weiterhin erforderlich.
Dr. med. Angelika Bischoff

Pressegespräch „Clozapin – bewährte Substanz auf neuem Weg“ der Neuro Hexal AG in München
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