ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2002Spendenaufruf: Kollegiale Solidarität gefordert

POLITIK

Spendenaufruf: Kollegiale Solidarität gefordert

Dtsch Arztebl 2002; 99(36): A-2289 / B-1953 / C-1837

Flintrop, Jens

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Nach der Hochwasserkatastrophe in den neuen Bundesländern laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren – auch in vielen Arztpraxen. Foto: Michael Kappeler/ddp
Nach der Hochwasserkatastrophe in den neuen Bundesländern laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren – auch in vielen Arztpraxen. Foto: Michael Kappeler/ddp
Bundes­ärzte­kammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung bitten alle Ärzte, die von der Flutkatastrophe verschont geblieben sind, um Hilfe für die betroffenen Kollegen.

Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundes­ärzte­kammer, hat alle Ärzte in Deutschland aufgefordert, Solidarität mit den hochwassergeschädigten Kollegen in Sachsen und Sachsen-Anhalt zu zeigen: „Versuchen wir gemeinsam, die Folgen der Flutkatastrophe zu mildern“, appellierte Hoppe an die Hilfsbereitschaft der Ärzte. Besonders hart habe das Unglück jene Kollegen in den neuen Bundesländern getroffen, die nach der politischen Wende 1989 hohe Kreditbelastungen auf sich genommen hätten, um eigene Praxen zu gründen. Die zerstörerischen Wassermassen hätten diese Aufbauarbeit nun vernichtet und damit auch den Grundstock der Alterssicherung.
„Gebäudeschäden, Verluste an medizinischen Geräten und Medikamenten werden nur die wenigsten der Betroffenen aus eigenen finanziellen Reserven bewältigen können“, betont Dr. Manfred Richter-Reichhelm, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Viele mittelständische Existenzen und die Arbeitsplätze der Praxismitarbeiter ständen auf dem Spiel.
Bundes­ärzte­kammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung bitten alle Ärzte, die von der Flutkatastrophe verschont geblieben sind, um Spenden. Der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer hat Ende August beschlossen, im Rahmen der Haushaltsmöglichkeiten eine Soforthilfe in Höhe von 50 000 Euro zur Verfügung zu stellen. Die Lan­des­ärz­te­kam­mern der am stärksten betroffenen Regionen haben sich bereits auf eine interne Verteilung des Geldes verständigt.
Für weitere Spenden verweist die Bundes­ärzte­kammer auf folgende Konten: Lan­des­ärz­te­kam­mer Sachsen, Kennwort „Ärzte in Not“, Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Konto: 6000 444, BLZ: 100 906 03, und Lan­des­ärz­te­kam­mer Sachsen-Anhalt, Kennwort „Hochwasserhilfe“, Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Konto: 000 3962369, BLZ: 120 906 40.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat sich einem von der Apo-Bank initiierten Spendenkonto angeschlossen. Das Konto für Ärzte lautet: Deutsche Apotheker- und Ärztebank, BLZ: 100 906 03, Konto: 777 5555, Kennwort: „Spende Hochwasser-Opfer“.
Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe Foto: Georg Lopata
Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe Foto: Georg Lopata
Die ärztlichen Körperschaften in den betroffenen Bundesländern werden den Bedarf in den Regionen ermitteln und die Verteilung der Spenden mit den jeweiligen Stiftungsgremien festlegen. Die Hilfsfonds sind berechtigt, Spendenquittungen auszustellen. Bis zu 100 Euro gilt der abgestempelte Beleg für den Kontoinhaber/Einzahlerquittung als Spendenbescheinigung. Deshalb sollte jeder Spender seinen Namen, den Verwendungszweck und die Anschrift lesbar auf dem Überweisungsauftrag/Zahlschein einsetzen.
Neben der Einrichtung des Hilfsfonds hat die Deutsche Apotheker- und Ärztebank Hilfsmaßnahmen für die vom Hochwasser geschädigten Heilberufsangehörigen im Volumen von fünf Millionen Euro beschlossen. Der Vorstand der Bank wolle auf diese Weise zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung in den Katastrophengebieten sowie zum Erhalt der Arbeitsplätze in den Praxen und Apotheken beitragen, hieß es aus Düsseldorf. Das Hilfspaket der Apo-Bank beinhaltet unter anderem Spenden in Höhe von 2,5 Millionen Euro für die Heilberufe, die den Unterstützungsfonds der Apotheker, Ärzte und Zahnärzte zufließen und von den betroffenen Körperschaften der Heilberufe nach eigenen Kriterien den Geschädigten zugeteilt werden. Darüber hinaus hat die Bank ein Sonderprogramm für vom Hochwasser geschädigte Kunden in den Katastrophengebieten gestartet: jeweils 25 000 Euro drei Jahre zinslos und tilgungsfrei. Jens Flintrop
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