ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2002Obduktionen: Unsichere und uneinheitliche Rechtslage

THEMEN DER ZEIT

Obduktionen: Unsichere und uneinheitliche Rechtslage

Dettmeyer, Reinhard; Madea, Burkhard

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Anatomie-Vorlesung in Leiden zu Beginn des 17. Jahrhunderts; Kupferstich nach einer Zeichnung von Johannes Woudanus im Amsterdamer Rijksmuseum
Anatomie-Vorlesung in Leiden zu Beginn des 17. Jahrhunderts; Kupferstich nach einer Zeichnung von Johannes Woudanus im Amsterdamer Rijksmuseum
Eine zufrieden stellende Regelung des Obduktionswesens wird
nur möglich sein, wenn dem Bund wie beim Transplantationsrecht
die Gesetzgebungskompetenz zugewiesen wird.

Die Rechtslage im Obduktionswesen ist nach wie vor unsicher, lückenhaft und uneinheitlich und behindert insbesondere die autoptische Klärung medizinisch unklarer Todesfälle. Zugleich besteht weiterhin eine erhebliche Diskrepanz zwischen den klinischen Angaben zur Todesursache in den Todesbescheinigungen einerseits und den autoptisch gesicherten Todesursachen andererseits, dies insbesondere bei einer Vielzahl von Todesfällen außerhalb der Kliniken und Krankenhäuser (4, 30, 35, 47). Während bei Todesfällen in den Krankenhäusern als Rechtsgrundlage für eine Obduktion der Krankenhausaufnahmevertrag herangezogen werden kann, gibt es bei den übrigen Todesfällen nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Rechtsgrundlage, etwa bei Anhaltspunkten für ein Fremdverschulden (§§ 87 ff. StPO) oder nach dem Infektionsschutzgesetz. Die oft geforderte generelle Verwaltungssektion bei medizinisch unklaren Todesfällen (8, 32, 37) gibt es nicht. Dies mag auch an der fehlenden Bundeskompetenz für die Regelung des Leichenschau- und Obduktionswesens liegen.
Die Bundesländer haben die Durchführung von Sektionen entweder überhaupt nicht oder unvollständig und zugleich uneinheitlich geregelt. In den neuen Bundesländern wird teilweise noch die verfassungsrechtlich angreifbare „Anordnung über die ärztliche Leichenschau“ der ehemaligen DDR angewandt (48). Auch die bestehende Rechtsunsicherheit hat dazu geführt, dass die derzeitige Obduktionsfrequenz allenfalls bei vier bis sechs Prozent aller Todesfälle liegen dürfte (8, 11, 18). Mit einer derart niedrigen Sektionsquote lässt sich der durch Obduktionen mögliche Erkenntnisgewinn auf Dauer nicht gewährleisten (1, 2, 4, 8, 11, 2527, 33, 3841, 4547). Im Einzelnen sind in diesem Zusammenhang zu nennen:
c eine Qualitätskontrolle der medizinischen Diagnostik und Therapie
c eine qualitativ hochwertige Aus- und Fortbildung der Ärzte wie der medizinischen Assistenzberufe auf pathologisch-anatomischem Gebiet
c eine Kontrolle der Angaben zur Todesursache in den Todesbescheinigungen
c eine zuverlässige Beantwortung wissenschaftlich-epidemiologischer Fragen
c eine Aufdeckung bislang unerkannter nicht natürlicher Todesfälle mit unter Umständen strafprozessualen oder versicherungsrechtlichen Konsequenzen.
Der Gesetzgeber weist etwa im Krebsregistergesetz von 1994 auf die Obduktion als Möglichkeit zur Sicherung der Diagnose hin. Der 93. Deutsche Ärztetag forderte 1990 ein Obduktionsgesetz auf der Grundlage einer indikativen Lösung.
Obduktionsarten und Rechtsgrundlagen
Derzeit gibt es bundesgesetzlich geregelte Obduktionen (Legalsektionen) und zusätzliche Regelungen in einzelnen Bundesländern. Obduktionen gemäß Feuerbestattungsgesetz vom 15. Mai 1934 kommen sehr selten vor; dieses Gesetz gilt zudem nicht mehr in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Auch Obduktionen nach dem Infektionsschutzgesetz (früheres Bundesseuchengesetz) werden sehr selten veranlasst. Keineswegs bei jedem ungeklärten Todesfall, sondern im Wesentlichen bei Anhaltspunkten für ein Fremdverschulden (42) finden strafprozessual verankerte Obduktionen durch die Rechtsmedizin statt, bei entsprechenden Anhaltspunkten auch sozialversicherungsrechtliche Obduktionen (16, 22, 27, 36).
Klinische Sektionen werden nahezu ausschließlich in den Instituten für Pathologie der Universitäten und Krankenhäuser beziehungsweise durch niedergelassene Pathologen in den Obduktionsräumen der Krankenhäuser durchgeführt, gelegentlich auch in der Rechtsmedizin. Rechtliche Grundlage sind so genannte Sektionsklauseln als Teil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen in Krankenhausaufnahmeverträgen. Die Zulässigkeit dieser Klauseln wurde im Rahmen einer Verbandsklage nach § 13 Abs. 2 Nr. 1 AGB-Gesetz vom BGH grundsätzlich bejaht (BGH, NJW 1990, 2313). Die Sektionsklauseln lassen eine Obduktion zu, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten eingewilligt hat oder wenn die Hinterbliebenen zustimmen beziehungsweise nicht innerhalb einer gesetzten Frist widersprechen und ein entgegenstehender Wille des Verstorbenen nicht bekannt ist. Die Frage nach dem Überraschungscharakter (§ 3 AGB-Gesetz) einer Sektionsklausel in einem Krankenhausaufnahmevertrag war nicht Gegenstand der Entscheidung des BGH; juristisch ist die Situation weiterhin unsicher (12, 14, 1920, 2830, 34). Die Sektionsklausel sollte zumindest nicht im Kleingedruckten untergehen, sondern optisch betonter Vertragsbestandteil sein.
Uneinheitliche Regelung
in den Ländern
Ebenfalls uneinheitlich geregelt ist die Meldepflicht des Obduzenten bei Anhaltspunkten für einen nicht natürlichen Tod; dies umfasst auch den ärztlichen Behandlungsfehler. In einigen Bundesländern (Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Sachsen) ist eine solche Meldepflicht als zulässige Durchbrechung der auch postmortal fortgeltenden ärztlichen Schweigepflicht gegeben (vgl. § 203 StGB, § 9 MBO-Ä von 1997). Bei anatomischen Obduktionen liegt in der Regel eine zu Lebzeiten erteilte Einwilligung des Betroffenen vor. Weiterhin kommen privatversicherungsrechtliche Obduktionen vor, Rechtsgrundlage sind private Versicherungsverträge. Die potenziell Begünstigten haben die Möglichkeit, der geplanten Obduktion zu widersprechen, jedoch ebenso wie bei berufsgenossenschaftlichen Obduktionen mit nachteiligen Konsequenzen hinsichtlich der Beweislage (BGH, VersR. 1991, 1365; LG Köln, NJW 1991, 2974); dies gilt auch für Sektionen im Zusammenhang mit Behandlungsfehlervorwürfen (21). Selten finden von den Hinterbliebenen veranlasste Privatsektionen zur Klärung versicherungsrechtlicher Ansprüche oder im Rahmen eines Arzthaftungsprozesses statt.
Die klinisch-wissenschaftliche Sektion ist derzeit in Bremen, Berlin, Hamburg und Sachsen landesgesetzlich geregelt. In den übrigen Bundesländern besteht die beklagte Rechtsunsicherheit weiter. Eine Besonderheit stellt
§ 12 des „Gesetzes über das Leichenwesen“ der Freien Hansestadt Bremen von 1992 dar. Danach kann die Staatsanwaltschaft durch die zuständige Behörde eine außergerichtliche Obduktion durchführen lassen. Diese Vorschrift entspricht einer Regelung in der früheren Bremer Gesundheitsdienstordnung von 1935, nach der die Polizeibehörde im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt eine Obduktion unter anderem bei Verdacht auf Suizid oder Unglücksfall anordnen konnte. Dabei handelt es sich um eine auf bestimmte Indikationen beschränkte Verwaltungssektion. Die zahlreichen Befürworter einer gesetzlichen Regelung des Sektionswesens (2, 5, 7, 19) diskutieren die aus dem Transplantationsrecht bekannten Lösungsmodelle und die zu beachtenden verfassungsrechtlichen Vorgaben (8, 12, 13).
Für eine künftige kompetente gesetzliche Regelung des Sektionsrechts sind verfassungsrechtliche Vorgaben zu beachten. Dabei ist die postmortale Fortwirkung von Grundrechten, wenngleich mit unterschiedlicher grundrechtsdogmatischer Begründung (8, 35, 44), im Kern unumstritten. Die postmortal fortwirkende Würde des Menschen (Art. 1 I 1 GG) als oberster Wert im grundrechtlichen Wertesystem soll tangiert sein, wenn der Mensch „zum bloßen Objekt des Staates“ (9, 10) degradiert wird, wenn in seiner Behandlung „im konkreten Fall eine willkürliche Missachtung der Menschenwürde“ liegt und seine „Subjektqualität prinzipiell infrage gestellt wird“ (BVerfGE 30, 1, 25 f.). Dies gilt auch für die Behandlung des Menschen nach dem Tod, wie sie im Umgang mit dem Leichnam zum Ausdruck kommt. Danach kann jedoch allein in der Tatsache einer lege artis durchgeführten Obduktion keine Verletzung der Würde des Menschen gesehen werden (8, 42). Über das verfassungsrechtlich begründete allgemeine Persönlichkeitsrecht gemäß Art. 2 I in Verbindung mit Art. 1 I GG ergeben sich Anforderungen an den postmortalen Persönlichkeitsschutz, die bei einer geplanten Obduktion bereits im Vorfeld eine Berücksichtigung denkbarer entgegenstehender Grundrechte des Verstorbenen wie der Hinterbliebenen verlangen (8, 12). Ausdruck des Schutzes der Grundrechte des Toten wie der Hinterbliebenen kann die Etablierung eines geordneten Verfahrens zur Herstellung eines Konsenses über die Durchführung einer Obduktion sein, dies auch, um insbesondere den Grundrechten aus Art. 4 I GG (Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit) Rechnung zu tragen. Hier erfordert die bloße Möglichkeit einer Grundrechtsverletzung die vorherige Einbeziehung der Hinterbliebenen, jedenfalls soweit keine eindeutige Entscheidung des Verstorbenen zu Lebzeiten getroffen wurde, etwa in einer so genannten Patientenverfügung (17). Auch die Hinterbliebenen haben aber primär den Willen des Verstorbenen zu respektieren und für dessen Durchsetzung „treuhänderisch“ Sorge zu tragen; über einen Leichnam kann nicht nach Belieben verfügt werden (so schon das Reichsgericht in RGSt 64, 313) (8, 23).
In den Bundesländern mit eigener Sektionsgesetzgebung gelten unterschiedliche Regelungen.
1. Das „Gesetz über das Leichenwesen“ der Freien Hansestadt Bremen vom 27. Oktober 1992 (Gbl. Nr. 52,
S. 627) lässt klinische Obduktionen zu, wenn eine vor oder anlässlich der Krankenhausaufnahme abgegebene zustimmende Erklärung der verstorbenen Person vorliegt oder diese Person einer Obduktion zumindest nicht widersprochen hat und die Angehörigen nach Information über die geplante Obduktion und über die Möglichkeit des Widerspruchs innerhalb von 24 Stunden nicht widersprochen haben. Der Widerspruch kann ohne Angabe von Gründen erfolgen. Damit ist in Bremen eine erweiterte Widerspruchslösung etabliert; die Rangfolge der Hinterbliebenen ist gesetzlich festgelegt.
2. Das „Sächsische Bestattungsgesetz“ vom 8. Juli 1994 (GVBl. S. 1321) lässt eine Obduktion zu nach Anordnung durch einen Richter oder Staatsanwalt, gemäß Bundesseuchengesetz (jetzt Infektionsschutzgesetz), zur Durchsetzung berechtiger Interessen der Hinterbliebenen, insbesondere zur Feststellung versicherungsrechtlicher Ansprüche, zur Klärung des Verdachts auf einen letalen Behandlungsfehler, auf Wunsch der Angehörigen oder wenn ein beachtliches Interesse an der Überprüfung der Diagnose vorliegt oder ein gewichtiges medizinisches Forschungsinteresse besteht. Die beiden zuletzt genannten Obduktionen sind nur zulässig, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten zugestimmt hat oder wenn die Zustimmung der Angehörigen vorliegt.
3. Das Berliner Sektionsgesetz vom 18. Juni 1996 (GVBl. Nr. 32 S. 237) lässt klinische Sektionen zu, wenn der Verstorbene oder seine Angehörigen im Behandlungsvertrag eingewilligt haben, die Sektion der Klärung der Todesursache oder zur Überprüfung der Diagnose- und Therapieverfahren dient (Qualitätskontrolle), ein besonderes wissenschaftliches Interesse besteht oder die Fürsorge für die Hinterbliebenen (Versicherungsrecht, Erb- oder Infektionskrankheiten) die klinische Sektion erfordert. Es darf jedoch nicht obduziert werden, wenn die klinische Sektion erkennbar dem Willen des Verstorbenen widerspricht, eine vorherige Zustimmung zurückgenommen wurde, eine Einwilligung im Rahmen des genannten Behandlungsvertrags nicht vorliegt und die nächsten Angehörigen nach dokumentierter Information innerhalb von acht Tagesstunden (sieben bis 22 Uhr) widersprochen haben. Unzulässig ist die klinische Sektion auch, wenn der Verstorbene eine Obduktion aufgrund seines Glaubens oder seiner Weltanschauung ablehnte (es reicht die entsprechende Mitteilung der Angehörigen), und bei Meinungsverschiedenheiten unter widerspruchsberechtigten Angehörigen gleichen Grades. Als vorrangig gilt der Angehörige, der laut Behandlungsvertrag benachrichtigt werden soll. Auch in Berlin gilt damit die erweiterte Widerspruchslösung.
4. Das Hamburgische Sektionsgesetz vom 9. Februar 2000 (GVOBl. Nr. 5, S. 38) erlaubt eine klinische Sektion zunächst bei vorhandener schriftlicher Einwilligung des Verstorbenen, der nächsten Angehörigen oder einer vom Verstorbenen bevollmächtigten Person. Eine telefonische Einwilligung ist möglich, muss aber ärztlich dokumentiert werden. Zusätzlich kann die Leiterin oder der Leiter der Pathologie im Einvernehmen mit dem Ärztlichen Direktor anordnen, dass eine klinische Sektion auch ohne Vorliegen einer Einwilligung durchgeführt wird, wenn der Patient krankheitsbedingt eine schriftliche Erklärung nicht abgeben konnte, Angehörige beziehungsweise eine bevollmächtigte Person innerhalb von 24 Stunden nicht erreicht werden konnten und die Sektion aus ärztlicher Sicht als so dringend zur Fürsorge für die Hinterbliebenen oder zur Qualitätssicherung anzusehen ist, dass bei Abwägung das Interesse an der Obduktion die fehlende Einwilligung überwiegt. Unzulässig ist die klinische Sektion, wenn sie erkennbar dem Willen des Verstorbenen widerspricht oder die nächsten Angehörigen beziehungsweise eine bevollmächtigte Person innerhalb von acht Tagesstunden nach dokumentierter Information über das Ableben widersprochen haben.
Nachdem das Bundesverfassungsgericht (NJW 1999, 858) die Möglichkeit des Widerspruchs gegen eine potenzielle Organexplantation gemäß § 3 II Transplantationsgesetz (TPG) als ausreichend angesehen hat, um einer befürchteten Grundrechtsgefährdung entgegenzuwirken, kann eine Widerspruchsregelung für die Hinterbliebenen im Sektionsrecht möglicherweise ebenfalls als verfassungsrechtlich ausreichend angesehen werden. Totensorgeberechtigter muss nicht zwingend ein Verwandter des Verstorbenen sein, auch im Transplantationsrecht werden andere Personen als entscheidungsbefugt angesehen, soweit sie dem Verstorbenen „in besonderer persönlicher Verbundenheit offenkundig nahegestanden haben“ ( so § 4 TPG vom 5. November 1997, BGBl. I, S. 2631 ff.). Bei Kindern sollen die Eltern nur gemeinsam die Frage der Obduktion entscheiden, die Aufklärung über die Sektion soll zumindest die Tatsache umfassen, dass Körperhöhlen eröffnet werden müssen (LG Saarbrücken, MedR. 1983, 154). Das OLG Karlsruhe (NJW 2001, 2808) verlangt weitergehend für eine rechtswirksame Zustimmung der Totensorgeberechtigten eine Belehrung über den Umfang und die Tragweite der Obduktion.
Gewebeentnahme bei einer Obduktion
Gewebeentnahmen bei einer Obduktion können zu diagnostischen Zwecken im Rahmen der Klärung der Todesursache, zur Aus- beziehungsweise Weiterbildung, für Forschungszwecke, für Gewebebanken, zur Weitergabe an Dritte und zu Transplantationszwecken erfolgen. Insbesondere die Entnahme von Geweben (Hornhäute, Dura mater, Knorpel, Knochen, Gehörknöchelchen, Herzklappen et cetera) zur Transplantation kann noch nach dem Auftreten sicherer Todeszeichen (Totenstarre, Totenflecke) erfolgen und erfordert keine Hirntoddiagnostik. Insofern ist unverständlich, warum auch derartige Gewebeentnahmen derzeit vom Transplantationsgesetz (§ 1 TPG) erfasst werden mit weiteren im TPG festgelegten Erfordernissen: Unterrichtung der nächsten Angehörigen, Befragung nach persönlichem Kontakt zum Verstorbenen in den letzten zwei Jahren, ausführliches dokumentiertes Informationsgespräch, fakultativ Vereinbarung einer Frist, innerhalb derer eine erteilte Zustimmung zu einer Gewebeentnahme widerrufen werden kann (§§ 3, 4 TPG). Eine Novellierung des TPG mit Herausnahme der postmortalen Gewebeentnahme (49) und Neuregelung im Rahmen eines Obduktionsgesetzes unter Festlegung einer Widerspruchslösung erscheint hier praxisnäher und auch verfassungsrechtlich zulässig.
Bei den klinischen Sektionen verlangt das Bemühen um Erlangung der Zustimmung zu einer Obduktion von den in der Regel damit konfrontierten Stationsärzten Sensibilität, Geduld und Argumentationsbereitschaft im Gespräch mit den Hinterbliebenen. Hier hängt es oft von der Einsatzbereitschaft des einzelnen Arztes ab, ob ungeklärte Fragen durch eine Sektion geklärt werden können. Leitende Ärzte sollten ein entsprechendes Engagement ihrer Mitarbeiter angesichts der extrem niedrigen Sektionsquote unterstützen.
Hatte noch in den 70er-Jahren die Mehrheitsmeinung in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe eine Pflichtsektionslösung erwogen, ausgerichtet allein an der medizinischen Notwendigkeit, so hat sich inzwischen die Auffassung durchgesetzt, dass eine Einbeziehung des (mutmaßlichen) Willens des Verstorbenen wie auch der Position der (totensorgeberechtigten) Hinterbliebenen geboten ist. Ohne diese Einbeziehung stellt die Obduktion möglicherweise einen unzulässigen Bruch des (Mit-) Gewahrsams der Hinterbliebenen am Leichnam dar, was zu einer Strafbarkeit gemäß § 168 StGB – Störung der Totenruhe – führen kann (KG Berlin, NJW 1990, 782; a. A. noch OLG München, NJW 1976, 1805) (43). Eine zufriedenstellende bundesgesetzliche Regelung des Obduktionswesens, etwa die künftige Einführung einer Verwaltungssektion bei medizinisch unklaren Todesfällen, wird nur möglich sein, wenn dem Bund durch eine Erweiterung des Kataloges des Art. 74 GG – wie beim Transplantationsrecht – die Gesetzgebungskompetenz zugewiesen wird. Ohne eine solche Grundgesetzänderung müssen die Landesgesetzgeber handeln. Dem KG Berlin kann nur zugestimmt werden, wenn es vor mehr als zehn Jahren ausführte: „Obwohl der Gesetzgeber das Problem seit langem kennt . . . ist eine umfassende gesetzliche Regelung der Materie bisher nicht zustande gekommen (. . .). Der Gesetzgeber sollte nun endlich handeln und eine Regelung finden, durch die die Rechtsunsicherheit für alle Beteiligten beseitigt . . . wird.“

zZitierweise dieses Beitrags:
Dtsch Arztebl 2002; 99: A 2311–2314 [Heft 36]

Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Literaturverzeichnis, das über den Sonderdruck beim Verfasser und über das Internet (www.aerzteblatt.de) erhältlich ist.

Anschrift der Verfasser:
Dr. med. Dr. jur. Reinhard Dettmeyer
Prof. Dr. med. Burkhard Madea
Institut für Rechtsmedizin der
Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Stiftsplatz 12, 53111 Bonn


Bundesgesetzlich geregelte Obduktionen (Legalsektionen)

1. Strafprozessuale beziehungsweise gerichtliche Obduktion gemäß §§ 87 ff. StPO
2. „Seuchensektion“ gemäß § 32 III in Verbindung mit § 32 I BSeuchenG
3. Feuerbestattungssektion gemäß § 3 II Ziff. 2 FeuerbestG vom 15. Mai 1934 (nicht in allen Bundesländern)
4. Sozialversicherungsrechtliche (berufsgenossenschaftliche) Obduktion gemäß §§ 103 ff. SGB VII


Nicht oder nur in einzelnen Bundesländern gesetzlich geregelte Obduktionen

1. Die klinisch-wissenschaftliche Sektion auf der Grundlage von Krankenhausaufnahmeverträgen (explizit geregelt in Berlin, Bremen, Hamburg und Sachsen)
2. Die anatomische Obduktion
3. Die privatversicherungsrechtlich begründete Sektion (gemäß Versicherungsvertrag zwischen Versicherungsnehmer und Versicherungsgeber)
4. Obduktionen im Auftrag der Totensorgeberechtigten (so genannte Privatsektionen).


Lösungsmodelle zur gesetzlichen Regelung des Obduktionswesens (Modelle analog der Diskussion zum Transplantationsrecht)

1. Die Einwilligung des Verstorbenen selbst muss vorliegen (enge Zustimmungslösung).
2. Die Einwilligung der Totensorgeberechtigten muss vorliegen bei fehlender Ablehnung seitens des Verstorbenen (erweiterte Zustimmungslösung).
3. Eine Sektion ist zulässig bei fehlendem Widerspruch des Verstorbenen (enge Widerspruchslösung, die Hinterbliebenen werden nicht berücksichtigt).
4. Bei fehlendem Widerspruch des Verstorbenen und der totensorgeberechtigten Hinterbliebenen darf obduziert werden (erweiterte Widerspruchslösung).
5. Primär wird die Einwilligung des Verstorbenen selbst verlangt, fehlt diese und ist kein entgegenstehender Wille des Verstorbenen bekannt, so können die totensorgeberechtigten Hinterbliebenen über die angestrebte Obduktion und die Möglichkeit des Widerspruchs informiert werden, nach Ablauf einer gesetzten Frist darf bei ausgebliebenem Widerspruch obduziert werden (Informationslösung).
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