ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2002Psychische Symptome bei Flüchtlingen

MEDIZIN: Referiert

Psychische Symptome bei Flüchtlingen

Dtsch Arztebl 2002; 99(36): A-2346 / B-2000 / C-1882

bt

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LNSLNS Im Jahr 1996 hat eine Gruppe amerikanischer und kroatischer Wissenschaftler in einem Lager bosnischer Flüchtlinge in Kroatien bei 529 Insassen den psychiatrischen Status und Behinderungen erfragt. Von ihnen hatten 81 Prozent mehr als drei traumatische Erlebnisse hinter sich. 49 Prozent der Befragten zeigten psychische Symptome: Depression, posttraumatisches Stresssyndrom oder beides kombiniert. Drei Jahre später konnten 375 Flüchtlinge erneut interviewt werden; die anderen waren zum größten Teil emigriert, einige gestorben. Von denen unter den Neubefragten, die drei Jahre zuvor als psychisch gesund erschienen, waren es 1999 noch 77 Prozent; von den 1996 psychisch Gestörten gaben 37 Prozent keine Symptome mehr an. Eine vorhandene körperliche Behinderung hatte zur Folge, dass psychische Symptome stärker zu persistieren schienen – eine Beobachtung, die allerdings auch in normalen Populationen zu verzeichnen ist. bt

Mollica RF, Sarajli´c N, Chernoff M, Lavelle J, Vukovi´c IS, Massagli M: Longitudinal study of psychiatric symptoms, disability, and emigration among Bosnian refugees.
JAMA 2001; 286: 546–554.

Dr. Richard F. Mollica, Harvard Program in Refugee Trauma, 8 Story St. Third Floor, Cambridge MA 02138, USA.

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