ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2002Sachverständigen-Gutachten: Mitarbeit durch Assistenzärzte ist zulässig

VARIA: Rechtsreport

Sachverständigen-Gutachten: Mitarbeit durch Assistenzärzte ist zulässig

Dtsch Arztebl 2002; 99(36): A-2360 / B-2016 / C-1892

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LNSLNS Das Oberlandesgericht (OLG) hat sich mit der Frage befasst, wann ein ärztliches Gutachten in einem Schadensersatzprozess herangezogen werden kann, um die Beweisfrage zu entscheiden. Im vorliegenden Fall konnte der Kläger gegen seine Unfallversicherung eine Invaliditätsentschädigung durchsetzen, die sich auf ein ärztliches Gutachten stützte. Die Versicherung monierte in der Berufung, dass das Gutachten vom wissenschaftlichen Assistenten, nicht jedoch vom leitenden Oberarzt selbst erstellt worden sei.
Das OLG hielt diesen Angriff nicht für überzeugend. Der Oberarzt habe als Sachverständiger das Gutachten mit unterschrieben. Nach Auffassung des Gerichts ist es einem gerichtlichen Sachverständigen gestattet, Hilfskräfte und Mitarbeiter – wie hier einen Assistenzarzt – zu einzelnen Untersuchungen heranzuziehen. Dies sei unbedenklich, da die Mitwirkung die persönliche Verantwortung des Sachverständigen nicht ausschließe. Dieser entziehe sich seiner Gesamtverantwortung jedenfalls dann nicht, wenn er das Gutachten nicht nur mit „einverstanden“, sondern mit „einverstanden aufgrund eigener Untersuchung und Beurteilung“ unterzeichne. (Oberlandesgericht Koblenz, Urteil vom 22. Februar 2002, Az.:
10 U 1213/01) Be
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