ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2002„Nein, Abfahrtslauf!“

VARIA: Schlusspunkt

„Nein, Abfahrtslauf!“

Dtsch Arztebl 2002; 99(36): [144]

Pfleger, Helmut

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Max Euwe, der ehemalige holländische Weltmeister, wird in Dortmund gerne zitiert: „Ein intelligentes Spiel aus einer intelligenten Stadt für intelligente Menschen in aller Welt!“ Ob Euwe dies vor allem aufgrund seines Besuchs beim großen Traditionsturnier dort sagte oder damals schon die drei Medici Dr. Hees, Dr. Bezzenberger und Dr. Schütz beim Gartenschach im Westfalenpark beobachtete, entzieht sich meiner Kenntnis. Tatsache ist jedenfalls, dass Dr. Schütz durch seine beiden Kollegen ermuntert wurde, als „Neuling“ zum diesjährigen Ärzteturnier zu stoßen.
Das war gut so, denn das „eingespielte Tandem“ Faulhaber und Reichel brauchte Nachwuchs. Die neue Spitze der Alterspyramide lautete also: Dr. Schütz 91, Dr. Faulhaber 90, Dr. Reichel 89 Jahre.
Und siehe da, übers Schach hinaus entdeckten „die Alten“ Gemeinsamkeiten. Dr. Schütz brachte circa 2 000 Babys zur Welt, beim früheren Frauenarzt Dr. Faulhaber verliert sich die Zahl im Dunkel der Geschichte, doch ergänzt seine unverwüstliche und ihn überall begleitende Arzthelferin Frau Swoboda: „Und a (ein) Kälbla war a (auch) dabei! So ist das auf dem Land.“
Übrigens war Dr. Faulhaber einmal sogar in Versuchung, der Medizin „Ade“ zu sagen und Fußballprofi zu werden. Als er in der Frauenklinik arbeitete, ging er heimlich nachmittags von 16 bis 18 Uhr zum Training des 1. FC Nürnberg, in dessen erster Mannschaft er spielte. Sein Chef bekam’s mit und bedeutete ihm: Entweder – oder! Die Vernunft siegte.
Bei Dr. Schütz war das mit dem „mens sana in corpore sano“ etwas anders. Zum Ärzteturnier kam er braungebrannt: „Ich war beim Skifahren in den Alpen.“ Frage: „Sicher Langlauf?“ „Nein, Abfahrtslauf!“ Jetzt sind Sie wohl für eine Episode des vergangenen Jahres gewappnet:
Dr. Schütz war zu einer ambulanten Operation bei einem Kollegen bestellt und erschien eine halbe Stunde zu spät: „Entschuldigung, ich musste eben noch für meine Schwiegermutter die Winterreifen aufziehen!“ Er 90, sie 80.
Leider habe ich keine Kombination der drei, nur eine schöne Mattführung des allerdings noch recht jungen Limburger Chefarzts Dr. Helmut Jörg (64), der früher mehrfach dem Bamberger Schachklub zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft verhalf.
Wie setzte er als Weißer den Recken Dr. Mathias Jolowicz in vier Zügen matt?

Lösung: Der entscheidende Auftaktzug war das Bauernopfer 1. h6+! Wollte sich der schwarze König nicht nach 1. . . . Kh8 2. Df6+ Kg8 3. Dg7 matt einsargen lassen, musste er das Opfer annehmen, doch nach 1. . . . Kxh6 2. Th4+ Kg7 3. Df7+ Kh8 4. Txh7 matt war es auch um ihn geschehen.
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