ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: Praxis Computer 4/2002Intranet Aescu.Net HalleMed: Vernetzt in die Zukunft

SUPPLEMENT: Praxis Computer

Intranet Aescu.Net HalleMed: Vernetzt in die Zukunft

Dtsch Arztebl 2002; 99(36): [14]

Hanusa, Marcel

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Die Homepage des Netzwerkes (www.aescu.net)
Die Homepage des Netzwerkes (www.aescu.net)
Praxisnetze bieten den Teilnehmern neue Möglichkeiten, Routinearbeiten effizient zu erledigen und vom Erfahrungsaustausch zu profitieren.
Seit Mai 2001 arbeitet das Praxisnetz Aescu.Net HalleMed. Das Projekt hat gegenwärtig rund 190 Mitglieder, davon mehr als 140 Ärzte. Teilnehmer sind vorwiegend Haus- und Fachärzte, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Apotheken, Pharmaunternehmen und Krankenkassen. Wesentliche finanzielle Unterstützung und Impulse für die inhaltliche Gestaltung erhielt das Netz von der Laborgemeinschaft Halle und dem Medizinisch Diagnostischen Labor Halle. Netzbetreiber ist die Med NetSystems GmbH, Merseburg.
Die meisten Mitglieder kommen zurzeit aus Halle, dem Saalkreis und dem Landkreis Merseburg-Querfurt. In diesen Regionen wird das Netz noch erweitert; parallel dazu sollen auch die Regionen Weißenfels, Dessau, Wittenberg und Eisleben einbezogen werden. Jeder, der dort an der Gesundheitsversorgung beteiligt ist, kann grundsätzlich teilnehmen. Eine zahlenmäßige Begrenzung ist nicht vorgesehen. Wie bisher werden die Projektmitarbeiter auch künftig jedes potenzielle Mitglied persönlich ansprechen.
Das Aescu.Net HalleMed ist ein regionales geschlossenes Netzwerk, das weder eine Verbindung zum Internet besitzt noch die Praxissoftware berührt, sondern lediglich die Internet-Technologie nutzt. Letztere ermöglicht die elektronische Kommunikation zwischen den unterschiedlichen EDV-Systemen. Als Informationsplattform dient ein Server, der von den Nutzern per DFÜ-Verbindung erreicht wird. Durch SSL-Verschlüsselung und Firewall werden die Daten geschützt und unbefugte Nutzer abgewehrt.
Die Einwahl in das Intranet erfolgt über eine gesonderte Einwahlrufnummer. Jeder Teilnehmer erhält seine spezifischen Zugangsdokumente. Nur mit der Eingabe des Benutzernamens und eines persönlichen Passwortes wird der Zugang ins Netz gewährt. Vor dem Eintritt erscheinen nochmals die Daten des Mitgliedes zur eigenen Überprüfung. Durch eine Protokollierung sämtlicher Vorgänge auf dem Server ist darüber hinaus stets nachvollziehbar, wann und von wem gegebenenfalls unerlaubte Aktionen gestartet werden. Somit wird der Datenschutz in einem weit höherem Maße gewährleistet als im Internet.
Vorteile des Netzwerks
Ausgehend davon, dass alle Mitglieder untereinander vernetzt sind, ist das Hauptanliegen Informationsaustausch und Kommunikation zwischen den Teilnehmern. Praktische Nutzanwendungen stehen im Vordergrund:
M Zusätzlich zu E-Mails einschließlich Attachments können Kurz- und Arztbriefe gesendet und empfangen werden. Ein Großteil der Briefpost lässt sich so über das Netz abwickeln.
M Abgesehen von Textdokumenten, die von allen Mitgliedern gesendet und empfangen werden können, ist es mit der Verfügbarkeit von A-DSL/T-DSL möglich, auch Röntgen-, MRT- und CT-Bilder in komprimierter Form (PNG-Format) zu übertragen.
M Vor allem medizinische Laboratorien, Pathologie und Zytologie, die schon heute teilweise ihre Befunde per DFÜ an ihre Einsender weiterleiten, können das Netz zur Befundübermittlung per E-Mail im HTML-Format, für den
E-Mail-Versand mit LDT-Attachment und zur weitergehenden Informationsvermittlung an ihre Einsender nutzen.
M Für die Kommunikation stehen Chaträume und Fachnetze zur Verfügung. Gedacht sind zum Beispiel die Fachnetze als Plattform für Stammtische oder Qualitätszirkel.
M Serviceleistungen runden die Nutzermöglichkeiten ab. Das Intranet verfügt über eine Datenbank, stellt auf Wunsch Recherchen zu medizinischen Sachverhalten an. Zur Beratung in juristischen Streitfällen steht eine Anwaltskanzlei zur Verfügung, die sich speziell mit Arzthaftungsrecht beschäftigt. In den Kleinanzeigen kann beispielsweise über Diensttausch oder Stellenangebote informiert werden.
M Es gibt Bestell- und Shoppingmöglichkeiten. Das Angebot reicht von Medizinprodukten bis hin zu medizinischer und anderer Literatur.
Zu den Vorteilen des Praxisnetzes zählen vor allem die Schnelligkeit im Austausch von Informationen sowie Zeit- und Kosteneinsparungen. Der Preis für das Versenden von zehn Standardbriefen kostet zum Beispiel nicht mehr als fünf Cent. Darüber hinaus bewerten die Teilnehmer auch ideelle Aspekte prositiv. Diese beziehen sich vor allem auf die Möglichkeiten des Netzwerkes, die Kommunikation und Kooperation zwischen den Partnern zu fördern. Wesentlich ist allerdings, dass jeder Teilnehmer die vorhandenen Bedingungen nutzt. Zusätzlich gibt es positive Effekte, die über den Einzelnutzen hinausgehen, weil sie helfen, gesundheitspolitische Forderungen umzusetzen, beispielsweise eine umfassendere Patientenbetreuung durch raschen Informationsaustausch, die Reduzierung von Doppel- oder Zusatzuntersuchungen und die Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung.
Generell soll die Arbeit im Intranet herkömmliche Abläufe rationalisieren. Bei konsequenter Nutzung entfallen weitgehend die Aufwendungen des traditionellen Briefverkehrs. Telefongespräche können verringert werden. Empfangene Daten lassen sich speichern und ausdrucken. Die Handhabung des Intranets wurde so einfach wie möglich konzipiert. „Expertenwissen“ ist nicht notwendig. Für den Zugang zum Intranet sind der ISDN-Anschluss und als Betriebssystem MS Windows oder Linux erforderlich. Teilweise kann auf DOS eine Windows-Version aufgesetzt werden – dies muss die betreuende Praxissoftware-Firma entscheiden. Sind die technischen Voraussetzungen gegeben, wird der Zugang von Med NetSystems eingerichtet. Für die Einweisung steht je nach Wunsch Zeit zur Verfügung.
Die Betreiber des Netzwerks haben berücksichtigt, dass – sobald in der jeweiligen Praxissoftware die Schnittstellen für das elektronische Rezept und den elektronischen Auftrag verfügbar sind – das Aescu.Net die Voraussetzungen für die Realisierung auch dieser Konzepte bietet.
Grundsätze
Zur „Netzphilosophie“ gehört, dass alle Mitglieder gleichberechtigt sind. Es gibt keine dominierende Instanz, aber auch keine Vorgaben. Dies soll ein freies, schöpferisches Arbeiten der Mitglieder unterstützen. Lediglich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind Regeln zur Einhaltung der Netzkultur festgelegt, die jedes Mitglied durch seine Unterschrift anerkennen muss.
Sehr wichtig ist den Projektmitarbeitern die Pflege des Netzes. So sieht die Netzwerkbetreuung vor, dass sich die Mitglieder über eine Service-Hotline sofort zu eventuell auftretenden Problemen informieren können. Medizin-News und Aescu.Net sorgen für die ständige inhaltliche Aktualisierung. Es wird auch ein thematischer Schulungsplan erstellt. Zusätzlich gibt es Treffen in kleineren Gruppen, bei denen sich die Partner zur Netzwerkarbeit austauschen können.
Schnelle ökonomische Erfolge lassen sich über das Netz zwar nicht versprechen. Die Betreiber sehen das Netz vielmehr als eine Art „Wertegemeinschaft“, die sich schon heute einer Entwicklung stellt, die künftig zur Normalität gehören wird. Das Netz soll daher nicht nur quantitativ erweitert, sondern gleichzeitig so gestaltet werden, dass es Modellcharakter über die Grenzen Sachsen-Anhalts hinaus erreicht und mithilfe aller Mitglieder „von unten“ wächst.
Marcel Hanusa
Informationen: Med NetSystems GmbH, Beratungs- und Handelsgesellschaft mbH, Am Stadtpark 14, 06271 Merseburg,
E-Mail: info@mednetsystem.de
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