ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2002Wahlgeplänkel: Vorher, nachher

SEITE EINS

Wahlgeplänkel: Vorher, nachher

Dtsch Arztebl 2002; 99(37): A-2369 / B-2025 / C-1901

Jachertz, Norbert

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Das Streitgespräch Schröder/Stoiber, so langweilig es gewesen sein mag, förderte eine gesundheitspolitisch interessante Marginalie zutage: In der Aufzählung seiner weiblichen Polit-Talente erwähnte Kanzler Schröder die aktuelle Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin nicht. Wohl kein Zufall, Ulla Schmidt fehlte in der letzten Zeit ein wenig die Fortune, und dafür hat Schröder bekanntlich einen siebten Sinn.
Gleichwohl, wer jetzt, vor der Bundestagswahl, spekuliert, Schmidt und gar Rot-Grün werde nach dem 22. September nicht wiederkehren, und für die Ärzteschaft, um nur die zu nehmen, brächen bessere Zeiten an, mag sich vorsehen. Wenn Rot-Grün bleibt, werden all die, die Schmidt jetzt vor der Wahl nicht den kleinsten Erfolg gönnen mochten, sich wieder arrangieren, um nicht zu sagen, zu Kreuze kriechen müssen.
Wenn aber Seehofer kommt, dann winke der Lohn fürs Wohlverhalten, wenden ärztliche Taktierer ein.
Horst Seehofer hat in der Tat vor der Wahl die Ärzte umworben, Verständnis für deren Sorgen geäußert, er scheint geläutert nach langer schwerer Krankheit. Doch auch ein von Krankheitserfahrung geprägter Seehofer wird tun müssen, was nahe liegt: zum Beispiel für stabile und halbwegs gleichmäßige Beiträge der Krankenkassen sorgen. Es spricht vieles dafür, dass sich seine Politik nicht allzu sehr von der gegenwärtigen unterscheiden würde.
Na ja, Horst Seehofer hat jetzt einen Gesundheitsgipfel angekündigt, Ulla Schmidt hatte stattdessen den Runden Tisch. Ob Gipfel oder Tisch auf Schloss Zithen, es geht darum, schmerzhafte Maßnahmen im Konsens erträglicher zu gestalten.
Wenn denn Seehofer überhaupt kommt, es könnte aber auch Möllemann sein. Oder es bleibt bei Rot (mit Beimischung) und Ulla Schmidt, auf die sich Schröder nach der Wahl getrost wieder besinnen könnte. Norbert Jachertz
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema