ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2002Luftschadstoffe: Einfluss auf Gesundheit

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Luftschadstoffe: Einfluss auf Gesundheit

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Mit verringerter Schadstoffkonzentration nahm die Häufigkeit nichtallergischer Atemwegserkrankungen ab. Foto: BilderBox
Mit verringerter Schadstoffkonzentration nahm die Häufigkeit nichtallergischer Atemwegserkrankungen ab. Foto: BilderBox
Weniger Erkältungen in Ostdeutschland seit der Wiedervereinigung
Luftschadstoffe entscheiden mit, wie häufig Kinder unter nichtallergischen Atemwegserkrankungen leiden. Dies legt eine Langzeituntersuchung aus den neuen Bundesländern, durchgeführt vom GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, nahe (Heinrich et al., 2002). Nach der Wiedervereinigung brach die Industrie in Ostdeutschland in vielen Bereichen zusammen – mit der Folge, dass sich die Luftqualität deutlich verbesserte. Insbesondere die Konzentrationen von Schwebstaub und Schwefeldioxid (SO2) verringerten sich. Auch die Umstellung privater Heizungsanlagen von stark schwefelhaltiger Braunkohle auf Gas senkte die Emissionen weiter.
Die GSF-Forscher konnten gemeinsam mit den Gesundheitsämtern Bitterfeld, Hettstedt und Zerbst belegen, dass auch die ostdeutschen Schulkinder von der verbesserten Umweltsituation profitierten. Während dreier Untersuchungen in den Jahren 1992/93, 1995/96 und 1998/99 gaben die Eltern von mehr als 5 000 Schulkindern darüber Auskunft, ob ihr Nachwuchs unter häufigen Erkältungen oder Bronchitis litt. Im Untersuchungszeitraum verringerte sich die Belastung mit Schwebstaub um mehr als die Hälfte, und die SO2-Belastung nahm um rund 90 Prozent ab. Je geringer die Schadstoffkonzentrationen waren, desto seltener wurden bei ostdeutschen Kindern nichtallergische Atemwegserkrankungen festgestellt. Die Zahl der Erkrankungen sank im Lauf der Studie um mehr als ein Drittel und erreichte damit das Niveau in Westdeutschland. Der Zusammenhang zwischen Schadstoffbelastung und Krankheit war enger, wenn die Kinder nicht noch zusätzlich Tabakrauch, feuchten Wohnungen mit Schimmelflecken und Emissionen aus Gasheizungen ausgesetzt waren.
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