ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2002Fallpauschalen: Ökonomische Engpässe

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Fallpauschalen: Ökonomische Engpässe

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LNSLNS Verschärfung des Facharztmangels
Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie und der Berufsverband der Deutschen Chirurgen beurteilen pauschalierte Entgelte für Krankenhäuser grundsätzlich positiv. Sie sehen jedoch erheblichen Korrekturbedarf beim Fallpauschalengesetz. Dies teilten sie vor Journalisten in Berlin mit. Zu den Gefahren zählt nach Angaben von Prof. Dr. med. Hartwig Bauer, dem künftigen Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, und Prof. Dr. med. Jens Witte, dem Präsidenten des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen, beispielsweise der „100-Prozent-Ansatz” der in Deutschland vorgesehenen DRG-Einführung. Das heißt, alle Fachgebiete mit Ausnahme der Psychiatrie und Psychotherapie fallen darunter. Etwa 13 000 Krankheitsbilder mit rund 23 000 anerkannten Therapieverfahren würden auf 661 Fallpauschalen konzentriert, sagte Bauer. 70 Prozent der Krankenhauskosten sollen damit abgedeckt werden.
Sorge bereitet ihm auch der ständig steigende Verwaltungsaufwand, der in Krankenhäusern von fünf auf sieben Prozent des Budgets gestiegen sei. Hier drohten amerikanische Verhältnisse mit einem Verwaltungskostenanteil bis zu 25 Prozent. Probleme sieht auch Dr. med. Martin Siess, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, bei Neu- oder Weiterentwicklungen. Die Kosten von Innovationen könnten nicht sachgerecht abgebildet werden. Gefahr sieht Prof. Dr. med. Peter Hermanek, Leiter der Bayerischen Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung in München, in der Weiterbildung von Fachärzten. „Bislang ist nicht erkennbar, dass für die Facharztweiterbildung Finanzmittel in das Preissystem einkalkuliert werden.“ Fachgesellschaft und Berufsverband fordern deshalb Gesundheitspolitiker und Selbstverwaltung auf nachzubessern.
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