ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2002Pharmakogenetik der Zytochrom-P-450-Enzyme: Korrekte Anwendung essenziell
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Autoren schreiben, außer „Über- und Unterdosierungen [. . .], sind die Ursachen für mangelnde Wirksamkeit oder Nebenwirkungen bisher weitgehend unbekannt.“ Das erweckt beim Leser den Eindruck, Über- und Unterdosierungen seien für den Therapieerfolg eher von nachgeordneter Bedeutung. Tatsächlich handelt es sich hier aber um den entscheidenden Faktor für die weit überwiegende Mehrzahl von Therapieversagern. Nimmt man allein die verfügbare Literatur zum Thema Patientencompliance zusammen, dann dürfte der Anteil der Patienten, die ihre Medikamente gar nicht oder nicht in der verordneten Weise einnehmen, grob geschätzt bei mindestens 50 Prozent liegen. Hinzu kommt, dass teilweise die ärztliche Medikamentenauswahl und -dosierung nur suboptimal ist. Hierzu zählt auch die Nichtbeachtung von unerwünschten Interaktionen, die von den Autoren als Ursache für ein Therapieversagen gar nicht erwähnt werden. Sicher kann die Phänotypisierung in einigen Fällen zur Therapieoptimierung beitragen. Bei den meisten Fällen mit unbefriedigendem Therapieerfolg ist es jedoch wesentlich schneller, kosteneffizienter und vor allem ausreichend, zuerst den Patienten stärker in die Pflicht zu nehmen (TDM zur Kontrolle der Compliance ist preiswert und sehr hilfreich) sowie die gesamte Medikation kritisch auf Dosierung und mögliche Interaktionen zu prüfen.

Dr. med. Arne Reimers
Schwanenweg 25
24558 Henstedt-Ulzburg

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige