ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2002Aids: HI-Viren in Fettzellen gefunden

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Aids: HI-Viren in Fettzellen gefunden

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HIV schleust sich über CD4- und CCR5-Rezeptoren in die Wirtszelle ein. Foto: Archiv
HIV schleust sich über CD4- und CCR5-Rezeptoren in die Wirtszelle ein. Foto: Archiv
Fettgewebe dient dem Erreger wahrscheinlich als Reservoir.
Das HI-Virus schlummert nicht nur in Zellen des Immunsystems, sondern auch in Fettzellen. Das entdeckte der französische Arzt Jacques Leibovich (Hôpital Foch, Suresnes), als er Proben von Fettgewebe untersuchte, die von HIV-infizierten Patienten stammten. Leibovich hatte die Proben von France Pietri-Rouxel (Institut Cochin, Paris) erhalten, die die HIV-Therapie-assoziierte Lipodystrophie im Gesicht mit patienteneigenem Fettgewebe des Abdomens auffüllt.
Für Robert Gallo, Mitentdecker des Aids-Erregers, bietet der Nachweis von HIV und HIV-DNA in Fettzellen eine Erklärung dafür, warum eine antiretrovirale Therapie nicht in der Lage ist, das Virus zu eradizieren. Wie Pietri-Rouxel gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters äußerte, werden alle sieben Patienten nach dem HAART-Schema therapiert, sodass HIV unter der Nachweisgrenze im Blut liegt. Fettzellen könnten daher ein Reservoir für den Erreger darstellen. Sie verfügen auch über CCR5-Rezeptoren, die HIV (neben CD4) als Eintrittspforte in die Wirtszellen dienen.

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