ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2002Schulungskonzepte: Pädiatrie-Programme gibt es längst
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LNSLNS - Für den deutschsprachigen Raum gibt es eine Expertise (Szczepanski, 1992), erstellt im Auftrage des BMG. Auf der Basis der damaligen Expertise wurden bundesweit bestehende Schulungsprogramme zusammengeführt und ein für Kinder und Jugendliche sowie deren Familien einheitliches Schulungsprogramm entwickelt. Hierzu gehört auch die Ausbildung zum Asthmatrainer (bislang 1 800 Asthmatrainer bundesweit).
- Die Effizienz der Patientenschulung ist durch verschiedene Studien gesichert.
- Kosten-Nutzen-Analyse bezüglich Asthmaschulung bei Kindern und Jugendlichen.
- Die Asthmaschulung für Kinder und Jugendliche ist in die Leitlinien der Kinderheilkunde und Jugendmedizin mit aufgenommen sowie Bestandteil des Stufenkonzeptes zur Asthmatherapie der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie e.V.
- Die Leitlinien zur Patientenschulung bei Asthma bronchiale im Kindes- und Jugendalter erfüllen die Kriterien Stufe eins zur Erstellung von Leitlinien (AWMF).
- Die Qualitätssicherung der Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung erfolgte vor dem Hintergrund etablierter und evaluierter Schulungsprogramme. Drei didaktische Vorgehensweisen sind publi-ziert auf der Basis des Qualitätssicherungsprogramms
der Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung (Der „Luftiku[r]s“).
- Die Konsensuspapiere der Arbeitsgemeinschaft
Asthmaschulung wurden bereits 1995 veröffentlicht. Sie sind in der überarbeiteten und ergänzten Version im Zuckschwerdt Verlag 2001 erschienen.
- Im Auftrag der gesetzlichen Krankenversicherer ist 1996 bereits ein Gutachten des MDK erstellt worden, das aufgrund der damaligen Lage eindeutig die Patientenschulung für Kinder und Jugendliche empfohlen hat. Dieses hat unter anderem mit dazu beigetragen, dass die strukturierte und in ihrer Effizienz gesicherte Patientenschulung in das SGB V, § 43, aufgenommen wurde.
- Bezüglich der Nachschulung sind die Gedanken der Autoren zu unterstreichen, dieses zeigen auch die deutschsprachigen Studien (Szczepanski et al., 1996): Durch eine Nachschulung wird ein wesentlich besserer klinischer Verlauf ermöglicht, somit weniger Schulfehltage, weniger Krankenhaustage, weniger Akutvorstellungen bei Ärzten. Auch psychometrische Daten (das Kriterium der Kontrollüberzeugung) zeigen die Steigerung der Effizienz durch eine Nachschulung auf.
Fazit: Es ist nicht nachvollziehbar, warum in einem Übersichtsartikel, der sich mit dem Disease Management und insbesondere der Patientenschulung bei Kindern und Jugendlichen beschäftigt, die aktuelle Literatur- und Datenlage nicht mit einbezogen wird. Der Artikel vermittelt leider den Eindruck, als sei alles noch nicht ausreichend erprobt und müsse noch über bisherige „Modellversuche“ hinaus im Hinblick auf die Effizienz der Patientenschulung überprüft werden. Meines Erachtens – und dieses spiegelt auch der bundesweit bestehende Rahmenvertrag zur Patientenschulung mit der BKK wider – bedarf es dieser weiteren Modellerprobung nicht.
Die Asthmaschulung für Kinder und Jugendliche hat somit – anders als der Artikel es suggeriert – das Stadium des Modellversuches bereits weit hinter sich gelassen. Programme, die ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt arbeiten (z. B. netzwerkgestützt oder über Telefonkontakte), müssen sich an den Ergebnissen der strukturierten und effizienten, aktuellen Asthmaschulungen messen lassen. Insbesondere gilt diese Nachweispflicht für Programme, die nicht primär dem Verhältnis Arzt/Patient entspringen. All diese Punkte sind von den Autoren nicht abgearbeitet. Die Ausführungen zu „Bewertung und Ausblick“ sind für den Bereich Asthmaschulung im Kindes- und Jugendalter nicht nachvollziehbar, die Einbeziehung von netzwerkgestützten/telefonvermittelten Patientenkontakten (durch Ärzte?) in ein Disease-Management-Programm bezüglich Asthma bronchiale bei Kindern und Jugendlichen ist sicher voreilig.
Literatur beim Verfasser
Dr. med. R. Szczepanski, Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung im Kindes- und Jugendalter e.V., Kinderhospital Osnabrück, Iburger Straße 187, Osnabrück
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