ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2002AiP: Ein trauriges Hurra!

BRIEFE

AiP: Ein trauriges Hurra!

Sänger, Hans-Christian

Zum Beschluss des 105. Deutschen Ärztetags, den AiP abzuschaffen:
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LNSLNS So ungefähr 1987 habe ich mit vielen Mitstreitern u. a. in Bonn und vor der Schwarzwaldklinik demonstriert gegen die Einführung des „Arztes im Praktikum“. Wir bekamen jeweils einen kurzen Auftritt in der Tagesschau, und der „Arzt im Praktikum“ wurde trotzdem eingeführt. Begründung: Der Arzt im Praktikum verbessert die praktische Ausbildung unserer Ärzte.
Jetzt lese ich in der Zeitung, dass der Arzt im Praktikum wieder abgeschafft werden soll. Da kann ich nur schlussfolgern, dass die praktische Ausbildung unserer Ärzte bereits besser geworden ist. Hurra!
Warum nennt keiner die ganz einfache Wahrheit? Damals konnte man mit Jungärzten Schweine füttern, es waren genug da, und die mussten sich alles gefallen lassen. Heute sind es nur noch (zu) wenig Kollegen, die bereit sind, sich den Strukturen des deutschen Krankenhausbetriebs auszusetzen. Es hat nichts (und hatte noch nie etwas) mit Ausbildung zu tun, sondern ganz einfach mit Angebot und Nachfrage! Wahr, wenn auch traurig!
Dr. med. Hans-Christian Sänger, Im Eschle 11, 86977 Burggen
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