ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2002Hygieneplan und -management
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Hygieneplan
Gutes Gerüst zur Orientierung

H.-M. Seipp (Hrsg.), A. Stroh, S. Becker, E. Kasper: Hygieneplan und -management. Band 2: Operationsbereiche. Pabst Science Publishers, Lengerich u. a., 2001, 236 Seiten, kartoniert, 39 €
Nosokomiale Infektionen verursachen erhebliche Kosten – und vermeidbares Leid bei Patienten. In diesem Zusammenhang ist der Hygieneplan als ein Mittel zur Infektionsprävention zu sehen und wird nicht zuletzt durch das Infektionsschutzgesetz gefordert. Er legt hygienegerechtes Verhalten unter den jeweiligen Gegebenheiten schriftlich fest und soll in jeder Gesundheitseinrichtung vorhanden sein. Die Musterpläne von Produktherstellern können diese Funktion nicht erfüllen; auch das vorliegende Buch unterstreicht: Es gibt keinen fertigen Hygieneplan für die eigene Einrichtung.
Die Autoren stellen einen exemplarischen Hygieneplan für den OP-Bereich vor, dem das Ringen um Qualitätssicherung deutlich anzumerken ist. Hohe Differenziertheit und Praxisnähe zeichnen die Handlungsanweisungen aus. In zehn Kapiteln werden alle Schwerpunkte eines Hygieneplans (zum Beispiel Maßnahmen am Patienten, Desinfektion, Sterilisation, Medizingeräte-Aufbereitung) dargelegt. Jede einzelne Handlung – sei es die chirurgische Händedesinfektion oder der Blasenkatheterismus – wird detailliert in den Schritten Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung festgelegt. Individuelle Abweichungen sollen so auf ein Minimum reduziert und Diskussionen im Sinne von „habe ich nicht gewusst“ oder „das machen wir schon immer so“ der Boden entzogen werden.
Fotos veranschaulichen ausgewählte kritische Punkte. Im Anhang sind viele konkrete Pläne (Desinfektions- und Entsorgungsplan, Wartungsprotokolle) aufgelistet.
Von den Verfassern wird zwar eindringlich vor einer bloßen Kopie für den eigenen Bereich gewarnt, jedoch wird ein derart gutes Gerüst geboten, dass eine Orientierung daran unbedingt empfehlenswert ist.
Marlen Suckau
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