ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2002Ausblick auf 2002: Hoffnung auf Verbesserung

EDITORIAL

Ausblick auf 2002: Hoffnung auf Verbesserung

PP 1, Ausgabe Januar 2002, Seite 1

Bühring, Petra

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LNSLNS Von der Politik können Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten auch im nächsten Jahr kaum Beistand zur Lösung der schlechten Honorierung und anderer Probleme erhoffen. Vor der Bundestagswahl wird Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt mit Sicherheit keine Initiativen zur Novellierung des Psychotherapeutengesetzes in die Wege leiten, sondern hinsichtlich Honorarfragen auf die ärztliche Selbstverwaltung verweisen.
Dabei wäre eine Gesetzesinitiative, die die Krankenkassen dazu veranlasst, die Leistungen der Richtlinienpsychotherapie außerhalb des Budgets zu vergüten, sinnvoll. Grund: Die Leistungen der Psychologen müssten nicht aus dem „Facharzttopf“ – und damit zulasten der fachärztlichen Honorare – bezahlt werden. Der Verteilungskampf zwischen Fachärzten und Psychologischen Psychotherapeuten schafft zusätzlich unnötige Spannungen, die der Integration schaden.
Dringend erforderlich wäre eine extrabudgetäre Vergütung deshalb, weil viele Psychotherapeuten zurzeit für die Jahre bis 1998 von den Kassenärztlichen Vereinigungen Nachzahlungen für ihre Leistungen bis zum 10-Pfennig-Punktwert einfordern, den das Bundessozialgericht (BSG) mit dem Urteil vom 12. September 2001 nochmals bestätigt hat. Offen ist, ob die Rechtsprechung des BSG Einfluss auf die Rechtskraft der Honorarbescheide ab 2000 hat. Die Kasseler Sozialrichter hatten gleichsam den Beschluss des gemeinsamen Bewertungsausschusses von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Krankenkassen vom 16. Februar 2000 kritisiert, der in einer (umstrittenen) Modellrechnung einen Mindestpunktwert ermittelt, der in vielen Bundesländern weit unter 5 Cent liegt.
Es besteht Hoffnung auf Nachbesserung: Dr. med. Andreas Köhler, Dezernent für Gebührenordnung und Vergütung der KBV und deren stellvertretender Hauptgeschäftsführer, erklärte gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt, dass der Beschluss des Bewertungsausschusses angepasst werde.
Entwarnung gibt es schließlich hinsichtlich der befürchteten Absenkung der Punktzahlen für die Richtlinien-Psychotherapie im Entwurf des geplanten EBM 2000 plus – was noch niedrigere Honorare bedeutet hätte. Köhler versicherte, dass die Punktzahl auf dem alten Niveau bleiben werde. Petra Bühring
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