ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2002Selbsthilfegruppen: Schleppende Förderung

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Selbsthilfegruppen: Schleppende Förderung

PP 1, Ausgabe Januar 2002, Seite 6

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Kassen erfüllen gesetzliche Vorgabe nicht.
Weniger als ein Drittel der ihnen gesetzlich zustehenden Fördermittel erhielten die schätzungsweise 50 000 Gruppen der gesundheitlichen Selbsthilfe von den Krankenkassen, kritisiert die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten. Die Gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung ist nach der Gesundheitsreform 2000 verpflichtet, die Selbsthilfe mit jährlich 71,5 Millionen DM (das entspricht einer DM je Versicherten) zu unterstützen. Im vergangenen Jahr sind jedoch nur 18,3 Millionen DM ausgegeben worden, das sind 26 Pfennig je Versicherten. Die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS), Berlin, führt die schleppende Förderung unter anderem darauf zurück, dass die Krankenkassen 2001 den Förderpflichtbetrag nicht in ihre Haushalte eingestellt hätten. Auch würden viele Selbsthilfegruppen von der komplizierten Antragstellung abgeschreckt. „Der ungeheure bürokratische Aufwand überfordert die oftmals chronisch kranken Mitglieder von Selbsthilfegruppen“, sagt Klaus Balke von NAKOS. Sinnvoll sei daher eine Sockelfinanzierung von beispielsweise 300 DM jährlich pro Selbsthilfegruppe.
Auch Gudrun Schaich-Walch, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit, kritisierte bei einem Selbsthilfe-Symposium in Neubrandenburg die „nicht reibungslose“ Förderung der Kassen.
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